Die SRG SSR idée suisse informiert die Parteien nicht über die Resultate der gfs-Umfrage zur Abstimmung vom 7. März. Diesen abschlägigen Bescheid hat sie SP, SVP, FDP, CVP, BDP und Grünen in einem Schreiben mitgeteilt. Es gehe um die Glaubwürdigkeit der SRG, bestätigte Sprecher Daniel Steiner einen Bericht der "Basler Zeitung". Den Parteien Rohdaten zur Umfrage zur Verfügung zu stellen, sei nicht möglich, da diese Daten im Besitz des Forschungsinstituts gfs.bern seien. Die SRG habe lediglich das Recht auf Erstveröffentlichung der Analysen.
Auslöser der Kontroverse um die gfs-Umfrage waren deren Ergebnisse zur Minarettverbost-Initiative, über die am 29. November 2009 abgestimmt worden war. Aufgrund der Befragung war eine Nein-Mehrheit von 53 Prozent prognostiziert worden; die Initiative wurde aber mit 57 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Die SRG entschied deshalb, die Umfrage zu überprüfen und während dieser Zeit keine Umfrageergebnisse zu veröffentlichen. Für die Abstimmung vom 7. März stehen die Zahlen deshalb nicht zur Verfügung. Soweit sie erhoben worden seien, hätten nur das gfs.bern und der SRG-Projektleiter Kenntnis der Ergebnisse, sagte Steiner.
Am Abstimmungstag selber wird die SRG aber wie bisher auf die Hochrechnungen von gfs.bern zurückgreifen, wie Steiner sagte. Bis zur nächsten eidgenössischen Abstimmung am 26. September werde klar sein, ob und in welcher Form die gfs-Umfrage wieder publiziert werde, sagte Steiner. Pro Urnengang gab die SRG bisher rund 40'000 Franken für die jeweils zwei Befragungen von Stimmberechtigten aus. (sda)