Patrik Müller zieht Bilanz

Swiss Media Forum - "Das Echo ist enorm und überaus positiv."

Herr Müller, was für eine Bilanz ziehen Sie als Organisator?

Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Es waren hochkarätige Teilnehmer dabei - aus dem Journalismus, der Kommunikation und der Wirtschaft - und es herrschte eine gute Stimmung an den zwei Tagen. Dass der Anlass gleich beim ersten Mal 320 Teilnehmer anziehen würde, scheint mir bemerkenswert.

Wie war das Feedback der Branche?

Ich bin immer noch daran, Mails und SMS zu beantworten. Das Echo ist enorm und überaus positiv. Und fast immer heisst es: "Bis zum nächsten Jahr!" Das freut mich am meisten.

Was werden Sie beim nächsten Forum 2012 verändern, verbessern?

Das Konzept mit zwei Halbtagen und einem Dinner bleibt wohl gleich. Wir hatten sicher nicht zu wenige, sondern eher zu viele Referate - die Teilnehmer wollen genug Zeit, um miteinander zu reden. Da die internationalen Referenten und auch jene, die provokative Thesen vertraten, am besten ankamen, möchte ich diesen Teil ausbauen. Was ich nicht möchte, sind PR-lastige Firmenpräsentationen. Mit dem Advisory Board werden wir über die Themenbreite und die Schwerpunkte reden.

Inwiefern konnte sich das Swiss Media Forum vom Verlegerkongress tatsächlich abgrenzen?

Wir sind kein Verlagsanlass, sondern haben ein breiteres Zielpublikum. Am Swiss Media Forum trifft die Chefredaktorin auf den Kommunikationschef, der CEO auf den Radiojournalistin, der Social-media-Manager auf den PR-Berater. Genau für diesen Mix erhielt ich auch das beste Feedback.

Im Vorfeld kritisierte man Ihre Rolle als Chefredaktor und Veranstaltungsorganisator. Wie oft wurden Sie während des Forums darauf angesprochen?

Vor ein paar Monaten war das ein Thema, am Anlass selber nicht mehr.

Wie beurteilen Sie die Referenten? Inwiefern konnte das Swiss Media Forum inhaltlich Akzente setzen?

Unterschiedlich. Viele Teilnehmer waren beeindruckt von Swisscom-Chef Carsten Schloter, der eine ziemlich konkrete Zukunftsvision hat, etwa was die Folgen der social media sein werden. XING-Gründer Lars Hinrichs war provokativ, als er riet, die Verlagsbranche zu verlassen. SRG-Generaldirektor Roger de Weck ist ein brillanter und witziger Redner. Daneben war es für einige andere nicht ganz einfach. Das wichtigste inhaltliche Fazit ist für mich: In der Schweizer Medienbranche sieht man die Online- und Mobile-Revolution zunehmend als Chance und nicht mehr als Bedrohung - es werden hier massiv Stellen geschaffen, wie insbesondere Tamedia-Chef Martin Kall sagte.

Welche Aussage hat Sie als Zuhörer am meisten überrascht?

Die Medienschelte der Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji. Sie sagte, sie fühle sich manchmal als "Freiwild" der Medien. Das war ehrlich und erfrischend. Ich glaube, auch manche Wirtschaftsführer und Politiker sehen das so, wagen es aber nicht öffentlich zu sagen.

Wie ist das Feedback der Sponsoren? Rechnen Sie mit deren Unterstützung auch 2012?

Die Sponsoren werden von der Firma Schaerer und Partner betreut. Was ich gehört habe, gefiel ihnen die Erstauflage des Forums

(Interview: Christian Lüscher)