Nach der Verkündung des Zusammenschlusses von NZZ und AZ Medien bei den Regionalmedien, widmet sich der «Schweiz am Wochenende»-Chefredaktor in seinem Wochenkommentar dem Joint Venture. Zeitungen spielten für die Meinungsbildung eine zentrale Rolle, schreibt Patrik Müller. Gerade bei der Diskussion um «No Billag» werde das oft vergessen. Auf Kantons- und Gemeindeebene würden diese Aufgabe vorwiegend die privaten Zeitungen übernehmen.
«Allianzen wie diejenige zwischen den AZ Medien und der NZZ-Mediengruppe sind langfristig gesehen die Voraussetzung dafür, dass von Grenchen über Allschwil und Dietikon bis nach St. Gallen weiterhin starke, substanzielle Regionalbünde erscheinen», führt Müller weiter aus. Indem die Verlage zusammenarbeiteten, stellten sie sicher, dass alle Regionen journalistisch gut abgedeckt bleiben würden. Das sei auch aus demokratiepolitischer Sicht zentral.
Auf die Rufe nach dem Verlust von Meinungsvielfalt, antwortet Müller: «Dieser Verlust, der ja nur die überregionale Berichterstattung meint, ist relativ: Die meisten Bürger lesen entweder die «Aargauer Zeitung», die «bz Basel» oder das «St. Galler Tagblatt» – und nicht alle drei.» Wenn diese einen einheitlichen Ausland- und Inlandteil hätten, ändere sich für die wenigsten Leser etwas. Dennoch gesteht er ein: Aus einer nationalen Optik leidet die Vielfalt. (wid)