Der Aargauer Verleger Peter Wanner, der vergangene Woche TeleZüri und Tele Bärn von Tamedia gekauft hat, rechnet mit einem Stellenabbau. Durch den Verbund der zwei neuen Sender mit Tele M1 entstünde Synergiepotenzial in der Infrastruktur und in der Vermarktung. Ein Stellenabbau wolle er "mit natürlichen Fluktuationen auffangen", sagt Wanner im Interview mit der "SonntagsZeitung". Bei den Journalisten sehe er aber kaum eine Kürzungsmöglichkeit. Wanners Ziel ist, die drei Sender bis 2013 in die schwarzen Zahlen zu bringen. Werbung für Sex-Angebote auf TeleZüri werde es jedoch nicht geben. "Damit könnte ich ein gutes Geschäft machen. Aber das kommt für mich nicht infrage. Auf TeleZüri wird es keine Spots für Telefonsex geben. Ich will keinen Schmuddelsender", so Wanner. Einen Sex-Talk schliesst er hingegen nicht aus. "Wenn eine Diskussion auf ansprechendem Niveau stattfindet, gibt es kein Tabu."
Zudem will Wanner dem Schweizer Fernsehen Konkurrenz machen. Wie er gegenüber der Zeitung "Der Sonntag" sagt, könnte der "SonnTalk" ausgedehnt werden: "Es stellt sich die Frage, ob neben Zürchern und Aargauern auch Berner oder Solothurner Politiker eingeladen werden sollen". Es eröffne sich die "Perspektive einer kleinen Konkurrenz zum Schweizer Fernsehen - gerade bei politischen Sendungen, Nachrichten und Talks. Da kann man nun mehr machen", so Wanner. Die AZ Medien AG wolle auch nach den TV-Übernahmen "weiter wachsen". Zum selbstständigen Überleben brauche es eine kritische Grösse. Das Unternehmen mit inzwischen über 1000 Mitarbeitenden sei nun "mittelgross".