20.11.2025

AZ Medien

Peter Wanner verkauft Verlag seinen Kindern

Das Aargauer Medienunternehmen hat neue Eigentümer. Michael, Florian und Anna Wanner erwerben die Anteile ihres Vaters. Peter Wanner bleibt Verleger und Verwaltungsratspräsident. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
AZ Medien: Peter Wanner verkauft Verlag seinen Kindern
CH Media bleibt ein Wanner-Unternehmen: Peter Wanner (zweiter von rechts) mit seinen Kindern (von links) Michael, Anna und Florian. (Bild: CH Media/Alex Spichale)

Nachdem die beiden Söhne Michael und Florian Wanner vor zweieinhalb Jahren die operative Führung von CH Media übernommen haben, hat sich Verleger Peter Wanner (81) im Rahmen einer vorzeitigen Nachfolgelösung entschieden, das Medienunternehmen an die beiden Söhne und an Tochter Anna zu veräussern. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die drei Kinder des Verlegers sind in verantwortlicher Position im Unternehmen tätig. Caroline Wanner, das vierte Kind, hat als praktizierende Ärztin auf eine Beteiligung verzichtet.

Michael Wanner erhält Stimmenmehrheit

Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Verleger Peter Wanner bleibt weiterhin Verwaltungsratspräsident. Um eine klare Entscheidungsfindung unter den neuen Eigentümern zu ermöglichen, erhält Michael Wanner, derzeit CEO von CH Media, die Stimmenmehrheit.

Mit dieser Nachfolge übernimmt die fünfte Verleger-Generation die Verantwortung für das Medienunternehmen. Ab 1836 gründete der Buchdrucker und Politiker Josef Zehnder verschiedene Zeitungen, darunter die Aargauer Volkszeitung und die Aargauer Zeitung, noch das Badener Tagblatt. Zwei Jahre vor seinem Tod ging Zehnders Zeitungsunternehmen an dessen Enkel Otto Wanner senior über. 1938 übernahmen die Söhne Eugen und Otto Wanner. Ab 1956 führte Otto Wanner das Unternehmen allein. Mit der Fusion von Aargauer Tagblatt und Badener Tagblatt zur «Aargauer Zeitung» im Jahre 1996 übernahm Ottos Sohn Peter Wanner, der zuvor das Badener Zeitungsunternehmen operativ leitete, die Führung und Verantwortung.

«Was will man als Vater noch mehr?»

Die nun erfolgte Erbteilung konnte einvernehmlich erzielt werden. Verleger Peter Wanner dazu in einer Medienmitteilung: «Darauf bin ich besonders stolz. Über Monate hinweg haben wir im Kreise der Familie, unterstützt durch externe fachliche Beratung, Gespräche geführt und Varianten diskutiert. Am Ende haben alle vier Kinder der getroffenen Lösung zugestimmt. Was will man als Vater noch mehr?»

CEO Michael Wanner kommentierte die Lösung so: «Mein Vater hat die Unternehmung aufgebaut und zur heutigen Grösse geführt. Wir sind ihm zu grossem Dank verpflichtet. Wir wissen um die besondere Verantwortung, die er uns jetzt übertragen hat. Wir freuen uns, mit ihm zusammen das Unternehmen zu führen, und zählen weiterhin auf seine Erfahrung und auf seinen Rat.»

Zum Medienunternehmen CH Media, an dem die NZZ 35 Prozent hält, zählen 18 Tageszeitungen samt ihren Online-Portalen, darunter die «Aargauer Zeitung», die «Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt», die Wochenendzeitung «Schweiz am Wochenende», 10 Anzeiger, 12 Radiosender, drei regionale TV-Stationen und 8 nationale TV-Sender sowie drei Druckereien. Ausserdem gehört das Nachrichtenportal Watson dazu. Das ganze Medienunternehmen macht einen Umsatz von rund 400 Millionen Franken. Was die Marktanteile angeht, so ist CH Media in der deutschen Schweiz die Nummer 1 bei den Zeitungen, die Nummer 1 bei den Privatradios und bei den privaten TV-Stationen sowie die Nummer 3 bei den privaten Newsportalen. (pd/nil)


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KOMMENTARE

Ueli Custer
20.11.2025 07:53 Uhr
In meiner Aktivzeit als Redaktor des Media Trend Journals habe ich selbst erlebt wie Peter Wanner darunter gelitten hat, dass sein Vater einfach nicht loslassen wollte. Meine Mitarbeiterin, die leider sehr früh verstorbene Jolanda Milz hatte damals ein Portrait mit dem Titel "Vater Sohn" geschrieben. Sie musste dabei lange um den Titel kämpfen, konnte Peter Wanner aber schliesslich überzeugen. Offensichtlich hat Peter aus diesem Erlebnis gelernt und jetzt zwar auch eine späten aber offenbar einen sauberen Übergang vollzogen.
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