Petition für Freilassung von Türkei-Experten

Reporter ohne Grenzen - Mehrere Journalisten wurden aufgrund der umstrittenen Anti-Terror-Gesetze inhaftiert. ROG zeigt sich entsetzt.

Ein Istanbuler Gericht hat gegen den Türkei-Experten der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), Erol Önderoglu, einen Haftbefehl wegen Terrorpropaganda erlassen. Auch die Vorsitzende der Türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincani, und der Journalist Ahmet Aziz Nesin müssen in Haft. Dies sagte der Anwalt Özcan Kilic der Nachrichtenagentur dpa. Alle drei besässen die türkische Staatsbürgerschaft.

Nach Angaben des Anwalts führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf Grundlage der umstrittenen Anti-Terror-Gesetze. Hintergrund der Ermittlungen ist eine Kampagne der prokurdischen Zeitung «Özgür Gündem», die sich gegen den zunehmenden Druck auf die Zeitung richtet. Önderoglu, der auch als Journalist arbeitet, hatte der dpa zuvor gesagt, er habe die Kampagne nicht im Auftrag von ROG, sondern persönlich unterstützt. «Özgür Gündem» hatte die Kampagne am 3. Mai zum Tag der Pressefreiheit gestartet. Seitdem übernehmen Unterstützer symbolisch den Posten der Chefredaktion. Die Namen werden in der jeweils aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

ROG zeigte sich in einer Mitteilung entsetzt über den Haftbefehl. Die Organisation fordert die türkischen Behörden auf, Erol Önderoglu, Ahmet Nesin und Sebnem Korur Fincanci sofort freizulassen und alle Anklagen gegen sie und die 31 weiteren Teilnehmer der Solidaritätsaktion mit Özgür Gündem fallen zu lassen. ROG hat auch eine Online-Petition lanciert. (sda/pd)