13.03.2007

Indonesien

Playboy-Chefredaktor droht Knast

Prozess sorgt im Inselstaat für erhitzte Gemüter.

Erwin Arnada könnte die nächsten zwei Jahre hinter schwedischen Gardinen verbingen. Die Staatsanwältin fordert dieses Strafmass für den Chefredaktor des indonesischen Playboy. Damit wäre er noch gut bedient: Islamisten fordern die Todesstrafe.

Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtet, wurde Arnada angeklagt, weil er unsittliche Bilder abdrucken liess. "Die Bilder, die der Angeklagte aussuchte, waren ungehörig für eine Veröffentlichung, weil sie den Anstand verletzten und Begierde weckten", so die Anklägerin vor Gericht. Ihr Plädoyer war begleitet von lautstarken Protesten rund 100 radikaler Islamisten, die den Prozess vom ersten Tag an verfolgt hatten und "Hängt ihn, hängt ihn" riefen.

Die Höchststrafe, die Arnada nun droht, beträgt zwei Jahre und acht Monate. Dabei zeigt der indonesische Playboy keine Bilder von nackten Models und auch ansonsten weniger Haut als viele andere Publikationen im Land.


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