Politik bricht Lanze für Van Gogh-Film

Filmfestival Locarno - "Submission" soll doch gezeigt werden.

Der umstrittene Film "Submission" des ermordeten niederländischen Regisseurs Theo Van Gogh soll im Sommer während des internationalen Filmfestivals in Locarno gezeigt werden. Dies fordert der Tessiner Staatsrat Marco Borradori (Lega).

Borradori geht damit auf Konfrontationskurs zur künstlerischen Direktorin Irene Bignardi. Diese hatte am Montag in einem Interview gesagt, dass es aus Sicherheitsgründen ratsam sei, auf eine Aufführung des Films "Submission" zu verzichten. Überdies habe die Verleihfirma den elfminütigen Streifen vom Markt genommen.

Diese Aussagen hatten im Tessin die Gemüter erhitzt. Im Tessiner Radio RSI sagte Borradori am Mittwochabend, dass er Van Goghs Film gerne in Locarno sehen würde. Es sei bitter, wenn man aus Angst vor Attentaten oder Ausschreitungen auf eine Aufführung verzichte.

Borradori schlug vor, den Streifen nicht vor 7000 Zuschauern auf der Piazza Grande, sondern in einem Kinosaal zu zeigen. Dazu solle man eine Diskussionsrunde mit Vertreter des Islam veranstalten: "Das wäre ein Zeichen grosser Freiheit", sagte Borradori.

Film problemlos zu beschaffen