Politiker interpretieren De Wecks Worte

SRG SSR - Natalie Rickli und Filippo Leutenegger sind skeptisch.

In der"NZZ" präsentiert de Weck heute sieben Leitlinien (vgl. auch persoenlich.com). "Blick" seinerseits hat den etwas schemenhaften Text von zwei Politikern interpretieren lassen.

Auf Blick.ch wundert sich die SRG-kritische Medienpolitikerin Natalie Rickli (SVP) über den Begriff "Citoyens": "Bereits da klingt durch, was ich von de Weck befürchte, seine Aufklärung hat eine politische Absicht, anstatt dass er neutral informiert."

Rickli: Hat de Weck richtiges Augenmass?

De Weck schreibt, dass die Service-public-Haltung in der Tradition der Aufklärung gründe, "also auf der Meinungsvielfalt und der Kraft des besseren Arguments, des Verstands und Augenmasses." Für Rickli klingt das zwar gut, aber: "Wer entscheidet denn, welches das bessere Argument ist und wer mehr Augenmass hat? EU-Turbo de Weck?"

Leutenegger: zu wenig fassbar

Laut de Weck muss die journalistische Recherche gestärkt werden und er will sich stärker von privaten Anbietern unterscheiden. "Staatspolitische Themen" seien so interessant "wie parteipolitische". Für Filippo Leutenegger (FDP), ebenfalls ein SRG-Kritiker, ist das alles zu wenig fassbar: "Für de Weck gehört alles, was die SRG bisher macht, zum Service public", sagt Leutenegger. Es sei das, was ihn störe: "Politisch ist noch nie diskutiert worden, was die SRG überhaupt machen muss unter Service public." Das will er als Nationalrat mit einem Vorstoss im Parlament ändern.

Auch de Wecks Äusserungen zur Strategie im Internet wurden von Leutenegger kommentiert. "Will die SRG das Internet mit neuen Inhalten bewirtschaften, anstatt nur Wiederholungen zu senden?" fragt Leutenegger und verlangt dazu von de Weck eine klare Antwort.

"Er hat viel gesagt, aber wenig ausgesagt", ist Ricklis Resümee. "Da ist die neue Chefin der ARD viel konkreter: Sie will die Gebühren senken, wenn sie künftig, wie die SRG, in jedem Haushalt Geld einziehen kann." (Quelle: Blick.ch)