Politiker kritisieren Sexfilm-Angebot

SF - Sender erhält Rückendeckung vom Bakom.

Dank erotischen Filmchen steigert das Schweizer Fernsehen seine Klickraten im Internet. Wie der "Sonntag" schreibt, schlägt das Erotik-Angebot "10 vor 10" oder "glanz & gloria" im Netz um Welten. Ein Link auf der Homepage des Senders zeigt eine lasziv strippende Frau, die im String-Tanga von hinten zu sehen ist. Wer ihn anklickt, kann sich verschiedene Erotik- und Sexbeiträge zu Gemüte führen. Und dies wird laut "Sonntag" rege gemacht. So wurde beispielsweise der Beitrag "Mein Sohn, der Pornostar" bisher mehr als 24000-Mal abgerufen und "Porno als Remix" verzeichnet schon über 10500 Klicks.

Die Schweizer Politiker für die Praxis des Schweizer Fernsehens kein Verständnis: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli gegenüber dem "Sonntag": "Sex ist Service privé und nicht Service public. So etwas hat auf dem gebührenfinanzierten SF-Online-Portal nichts zu suchen". Und auch für CVP-Nationalrat Norbert Hochreutener ist das grosse Online-Sexangebot nicht tragbar: "Ich erwarte vom Schweizer Fernsehen mehr Zurückhaltung bei solchen Themen".

Beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat man nichts einzuwenden. Weil der Staatssender die Beiträge unter der Rubrik "Wissen" ins Netz stelle, sei es erlaubt. "Das Online-Angebot der SRG ist in Art. 13 der SRG-Konzession geregelt. Da es sich hier um Informationen aus dem Wissensbereich handelt, verletzt SF-On-line die Konzession nicht", sagt Matthias Ramsauer, Vizedirektor und Chef der Abteilung Radio und Fernsehen des Bakom. "Ob aber die Erstellung eines solchen Dossiers Pornografie redaktionell gerechtfertigt ist oder ob darin allenfalls strafrechtlich relevante Inhalte gezeigt werden, das dürfen und können wir nicht beurteilen."