"Politiker sollen Gewissensbisse haben!"

MAZ - Ronald Joho von "Nicht ohne maz" zum Standortkampf .

Der Luzerner Kantonsrat hat dem MAZ den Unterstützungsbeitrag von 50'000 Franken gestrichen. Die Journalistenschule droht mit Weggang, persoenlich.com hat darüber berichtet. Das überparteiliche Unterstützungskomitee "Nicht ohne maz" wehrt sich mit einer Unterschriftensammlung auf www.nicht-ohne-maz.ch gegen den Beschluss des Kantonsrats und den Weggang des MAZ (persoenlich.com). Ronald Joho, Agenturleiter von akomag und Mitinitiant, erklärt gegenüber persoenlich.com, wieso das MAZ in Luzern und die Kirche im Dorf bleiben soll. Das Interview:

Herr Joho, warum braucht die Stadt Luzern das MAZ?

Das MAZ ist ein wichtiger Bestandteil der Stadt Luzern. Die Institution ist hier gross geworden. Sie generiert Wertschöpfung für die Stadt, aber auch für die ganze Region. Das MAZ gehört ganz einfach zum Kommunikationsplatz Luzern -- die Kirche soll im Dorf bleiben. Die 50‘000 Franken Beitrag sind an sich läppisch. Es geht um die Wertschätzung des MAZ, um eine ideelle Unterstützung. Und der Kanton soll hierbei klar Farbe bekennen und mit der Beitragszahlung zum Ausdruck bringen, dass das MAZ in Luzern bleiben soll. Abgesehen davon: das MAZ hat eine sehr hohe Eigenfinanzierung von 76 Prozent.

Sie haben eine Homepage zur Information und Unterschriftensammlung eingerichtet. Planen Sie auch noch andere Aktionen für den Verbleib des MAZ in Luzern?

Vorläufig ist einfach einmal diese Unterschriftenaktion geplant.

Mit wie viel Unterstützung rechnen Sie?

Wir gehen von einer grossen Unterstützung aus. Aber: Das muss sich auch noch weisen. Wir sind selbst gespannt, was unser Unterstützungskomitee ins Rollen bringt. Das Co-Präsidium und das überparteiliche Komitee haben sich jedenfalls sehr schnell konstituiert. Das ist ein gutes Zeichen.

Haben Sie bereits Reaktionen auf die Gründung des Komitees aus Politiker-Kreisen?

Ja, wir haben schon ein paar Telefonate von Politikern gekriegt. Aber es ist vielleicht noch ein bisschen zu früh, aus diesen eine Prognose abzuleiten. Aber klar: Wir wollen den Politikern ein schlechtes Gewissen bereiten und ihnen bewusst machen, dass sie einen fahrlässigen Entscheid gefällt haben. Seitens der FDP gibt es Zeichen, dass der Beschluss noch einmal überdacht werden könnte. Martin Merki, Mitglied des Grossen Stadtrats für die FDP und Redaktor der NZZ, setzt sich jedenfalls mit einer Petition für das MAZ ein.

Mit Ihrer Unterschriftenaktion wollen Sie dem MAZ den Rücken stärken. Können Sie sich auch vorstellen, den Unterstützungsbeitrag von 50‘000 Franken zum Politikum zu machen und den Kantonsrat per Volksabstimmung zu verpflichten?

Wir wollen jetzt erst einmal die Reaktionen abwarten, den Puls messen, schauen, wie viele Leute bereit sind, unser Komitee und damit das MAZ mit ihrem Namen zu unterstützen. Wir werden auch schauen, wer genau uns unterstützt, wie Vertreter aus der Luzerner Wirtschaft auf unsere Initiative reagieren. Ist eine breite und nominell starke Unterstützung gegeben und gibt es seitens des Kantonsrats kein Bekenntnis zum MAZ, ist eine Volksabstimmung zumindest vorstellbar.

In Ihrem Komitee schreiben Sie: "Andere Städte reissen sich um das MAZ". Welche Städte sind das?

Wir wissen, dass sich der Kanton Zug sehr interessiert zeigt am MAZ.

Interview: Benedict Neff.