Politische Unterstützung für übergangene Radiosender

Energy/One FM - Vorstösse in Zürich - Redaktionsbesuch in Genf.

In Zürich formiert sich politischer Widerstand zugunsten von Radio Energy. Der Sender ging bei den Konzessionsvergaben vom vergangenen Freitag leer aus. Und in Genf setzt sich die Politik für das Weiterbestehen von One FM ein.

Über die Parteigrenzen hinweg erhält der zum Medienhaus Ringier gehörende Privatsender Radio Energy Unterstützung. Die SP reichte am Montag im Kantonsrat ein Postulat ein. Aber auch Vertreter von FDP und SVP machen sich für Radio Energy stark.

Im Postulat fordert der SP-Fraktionschef im Kantonsrat, Nicolas Galladé, den Regierungsrat auf, sich beim Bundesamt für Kommunikaition (BAKOM) für eine vierte Frequenz im Radio-Versorgungsgebiet Zürich-Glarus einzusetzen.

Das Fortbestehen von Radio Energy würde laut SP "eine Bereicherung der Medienlandschaft darstellen". Im Raum Zürich habe es Platz für vier private Radiosender. Bereits am Freitag hatte sich die "Aktion Medienfreiheit" zu Wort gemeldet, hinter der unter anderem SVP-Nationalrätin Natalie Rickli und FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger stehen. Sie streben ebenfalls eine vierte Konzession für Radio Energy an - allenfalls auf Kosten von Radio DRS 3.

Die vom Medienhaus Ringier herausgegebene Zeitung "Blick" liess die beiden Politiker am Montag in seinem Blatt prominent zu Wort kommen. Das dringliche SP-Postulat will ferner bei der Zürcher Regierung erreichen, dass der ohne Konzession gebliebene private TV-Sender "Tele Züri" vom Kabelbetreiber (Cablecom) eine "verbindliche" Aufschaltgarantie auf einem guten Sendeplatz erhält.

In Genf haben am Montag Politiker mit einem Besuch auf der Redaktion ihre Solidarität mit dem Unterhaltungsender One FM bekundet. Dieser war am Freitag bei der Konzessionserteilung ebenfalls leer ausgegangen. Unter anderem kreuzte auch der Genfer Regierungspräsident Laurent Moutinot beim Sender auf. Die Politiker wollen ebenfalls für einen Verbleib des Senders mit 40 Angestellten kämpfen.