Polizist hat vermutlich "Guardian" informiert

Abhörskandal - Soll Informationen an die Zeitung weitergegeben haben.

Ein im Zusammenhang mit der Abhöraffäre bei der britischen Skandalzeitung "News of the World" festgenommener Polizist hat vermutlich Informationen an die Zeitung "Guardian" weitergegeben. Der "Guardian" bestätigte dies nicht direkt, veröffentlichte aber in seiner Samstagsausgabe eine Stellungnahme.

Darin heisst es: "Was die Festnahme über den eigentlichen Punkt hinaus aufwirft, ist, dass Journalisten zweifellos besorgt sind, wenn ihre vertraulichen Gespräche mit Quellen grundsätzlich als kriminell betrachtet werden. Wie alle anderen Nachrichtenorganisationen machen wir keine Angaben über die Quellen unserer Berichterstattung." Der "Guardian" hatte am Donnerstag exklusiv über die Festnahme eines ehemaligen "News of the World"-Reporters berichtet, der zwischenzeitlich in den USA arbeitete. Ihm wird vorgeworfen, illegal Telefone abgehört oder zumindest davon gewusst zu haben. Nach Recherchen der Zeitung "The Times" soll der Polizist illegal den Namen des Reporters an den "Guardian" weitergegeben haben.

Der Polizist wurde vom Dienst suspendiert, ist aber wieder auf freiem Fuss. Die "Times" - die ebenso wie die inzwischen eingestellte "News of the World" zum Konzern des Medienmoguls Rupert Murdoch gehört - berichtete weiter, der "Guardian" habe in der Abhöraffäre mehrfach die Nase vorn gehabt. Auch die bevorstehende Festnahme von Andy Coulson, Ex-Regierungssprecher von Premierminister David Cameron, habe der "Guardian" einen Tag vor der Pressemitteilung der Polizei melden können. (sda)