Positives Ergebnis dank Sportevent und Teuerungsausgleich

SRG - Die SRG schliesst 2024 mit einem positiven Ergebnis von 15,3 Millionen Franken ab. Der Medienkonzern bereitet sich mit einem Transformationsprozess auf kommende Einschnitte vor. Gleichzeitig verstärkt sich der Trend zur digitalen Nutzung weiter, besonders bei jungen Menschen.

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) schliesst das Geschäftsjahr 2024 mit einem positiven Ergebnis von 15,3 Millionen Franken ab. Dies entspricht etwa einem Prozent des Gesamtertrags. Der Betriebsertrag erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Millionen auf insgesamt 1,56 Milliarden Franken. Das schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Den Geschäftsbericht veröffentlicht die SRG Ende April.

Olympia und Fusssball-EM bringen Werbung

Zum positiven Ergebnis hätten vor allem zwei Faktoren beigetragen, heisst es. Zum einen die höheren Werbeeinnahmen dank der Sportgrossanlässe wie den Olympischen Spielen in Paris und der Fussball-EM in Deutschland. Zum anderen der letztmals vollständige Teuerungsausgleich bei der Medienabgabe, der rund 70 Millionen Franken einbrachte.

Der Betriebsaufwand stieg um 38,8 Millionen Franken. Diese Zunahme erklärt sich hauptsächlich durch einen Sondereffekt: 2023 wurde eine Wertberichtigung für Arbeitgeberbeitragsreserven in Höhe von 35 Millionen Franken aufgelöst. Ohne diesen Effekt wäre der Betriebsaufwand nur um 0,25 Prozent gestiegen.

Mehr Personal wegen Cybersecurity und Datenschutz

Der Personalaufwand, der mit 55,3 Prozent den grössten Teil des Gesamtaufwands ausmacht, erhöhte sich um 58,7 Millionen Franken. Neben dem erwähnten Sondereffekt sind Lohnmassnahmen und ein leicht höherer Personalbestand – unter anderem für Cybersecurity und Datenschutz – dafür verantwortlich.

Die SRG verzeichnet eine hohe und konstante Nutzung ihrer Angebote: 83 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren nutzen mindestens einmal pro Woche ein SRG-Angebot. Bemerkenswert ist der deutliche Trend zur digitalen Nutzung, besonders bei jungen Menschen. Der Anteil der 15- bis 34-Jährigen, die ausschliesslich digitale SRG-Kanäle nutzen, stieg im letzten Jahr von 12 auf über 22 Prozent.

Bis 2029 minus 270 Millionen Franken

Für die Zukunft zeichnen sich erhebliche Herausforderungen ab: 2025 wird der Teuerungsausgleich um 35 Millionen Franken sinken. Bis 2029 muss die SRG mit einer Budgetreduktion von insgesamt 270 Millionen Franken (17 Prozent) im Vergleich zu 2024 rechnen. Gründe sind der erodierende Werbemarkt und die vom Bundesrat beschlossene Senkung der Medienabgabe ab 2027.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat die SRG im Herbst 2024 unter dem Namen «Enavant SRG SSR» einen umfassenden Transformationsprozess eingeleitet, um sich den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen und Nutzungsgewohnheiten anzupassen. (pd/nil)