Post erhöht Tarife für Zeitungen ab 2008

Presseförderung - Verlegerpräsident kritisiert Tariferhöhung

Nach dem Entscheid des Parlaments, den Beitrag für die Presseförderung zu reduzieren, erhöht die Post ab dem 1. Januar 2008 ihre Tarife für den Transport von Zeitungen. Sie wird aber einen Teil der Kosten selber tragen. Zahlreiche grosse und mittlere Presseerzeugnisse erhalten ab nächstem Jahr keine indirekten Förderbeiträge des Bundes mehr. Man sehe sich deshalb veranlasst, die Taxen für diese Titel zu erhöhen, teilte die Post am Dienstag mit.

Die Post werde aber nur einen Teil der fehlenden Bundesbeiträge weiterbelasten. Um den Verlegern entgegenzukommen, nehme sie ein Defizit in Kauf und übernehme rund 30 Millionen der ausfallenden 50 Millionen Franken selber, sagte Post-Sprecher Richard Pfister auf Anfrage. Die restlichen 20 Millionen müssen die betroffenen Verleger von grossen und mittleren Titeln tragen.

Verbilligt werden künftig nur noch die Posttaxen der Regional- und Lokalpresse bis zu einer Auflage von 40’000 Exemplaren und der nicht gewinnorientierten Mitgliederblätter bis maximal 300’000 Exemplare. Nach dem Willen der Post wird jedoch auch für diese Titel die Beförderung zum Leser ab 2008 teurer. Sie will die Tarife hier um 4,4 Prozent erhöhen und damit an die seit der letzten Preiserhöhung aufgelaufene Teuerung anpassen.

Teuerungsausgleich nicht gerechtfertigt

Hanspeter Lebrument, der Präsident des Verbandes Schweizer Presse, kritisierte den angekündigten Teuerungsausgleich als nicht gerechtfertigt. Er verlangte, dass sich die Post an die Aussagen von Bundesrat Leuenberger halte. Dieser habe vor dem Parlament bekräftigt, dass es bei der förderungsberechtigen Presse keine Preiserhöhungen geben solle, sagte Lebrument gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die Auswirkungen der neuen Preispolitik auf die grossen und mittleren Titel, die von den Bundesbeiträgen ausgeschlossen wurden, seien im Moment noch schwer abzuschätzen, sagte Lebrument. Dem Verband Schweizer Presse fehlten genaue Einblicke in die Rechnung der Post. Zudem stünden Verhandlungen zwischen den grössten Auftraggebern und der Post noch aus. (sda)