Post verzichtet auf Tariferhöhung

Zeitungsvertrieb - Teurer wird es erst ab 2014.

Die Schweizerische Post verzichtet im kommenden Jahr auf eine Tariferhöhung für den defizitären Transport von Zeitungen und Zeitschriften. Der um zwei Rappen höhere Tarif pro Exemplar und Tag soll aber Anfang 2014 eingeführt werden. Von 2014 bis 2016 schlägt der Preis für die Beförderung pro Exemplar jedes Jahr um zwei Rappen auf. Der Post-Verwaltungsrat entschied nach Gesprächen mit den Schweizer Medienverbänden, auf den Preisaufschlag im Jahr 2013 und auf die Einnahmen in Höhe von zehn Millionen Franken zu verzichten.

"Wir haben den Schweizer Verlegern aufgrund ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage ein Geschenk gemacht", sagte Post-Mediensprecher Mariano Masserini am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Das Unternehmen könne aber längerfristig das Defizit in der Zeitungszustellung nicht mehr tragen. Letztes Jahr Betrug der Verlust in diesem Sektor 101 Millionen Franken. Der Verband Schweizer Medien begrüsst den Entscheid der Post. Dadurch würden die Abonnementspreise im kommenden Jahr nicht noch zusätzlich durch höhere Vertriebspreise belastet. "Der Entscheid des Post-Verwaltungsrats freut uns, auch wenn der Kampf weitergeht", teilte der Westschweizer Verlegerverband Médias Suisses mit.

Die Verbände fordern, dass vor einem Tarifanstieg die Einsparungen seit dem Inkrafttreten der neuen Postgesetzgebung am 1. Oktober detailliert zu untersuchen seien. Zudem wird auf Artikel 16, Absatz 3 des Postgesetzes verwiesen, wonach "die Preise für die Zustellung abonnierter Zeitungen und Zeitschriften distanzunabhängig sind und den in den grösseren Agglomerationen üblichen Preisen entsprechen" müssen. (sda)