Beim italienischen Fernsehsender RAI ist eine neue Ära angebrochen: Die neu gewählte RAI-Präsidentin Anna Maria Tarantola übernahm diese Woche das Ruder der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt. Tarantola, bisher Vizedirektorin der Banca d'Italia, stellte einen ehrgeizigen Plan zur Sanierung des defizitären Staatsfernsehens vor. "Wir wollen strukturelle und langfristige Lösungen für die finanziellen Probleme des Unternehmens finden und die Bilanzen in Ordnung bringen. Ohne Ressourcen hat die RAI keine Zukunft", warnte die 64-Jährige in ihrer ersten Ansprache vor dem Verwaltungsrat.
Tarantola will den Einfluss der Parteien auf das Staatsfernsehen eindämmen und verstärkt Fleiss und Spitzenleistungen belohnen. Wichtig sei ausserdem, auf Innovation und Qualität zu setzen. "Mein Wunsch ist, dass die RAI zu einem wettbewerbsfähigen Unternehmen aufsteigt, das Top-Leistungen im Bereich Information und Unterhaltung erbringt. Wir wollen ein Unternehmen im Dienst der Bürger sein, das ein Spitzenprodukt im Einklang mit Bilanzdisziplin anbietet", so Tarantola. Die RAI generiert einen Jahresumsatz von rund drei Milliarden Euro.
Wichtig sei auch die technologische Modernisierung der RAI. "Um diese Resultate zu erreichen, werde ich versuchen, mein Mandat mit Ausgewogenheit und Unabhängigkeit zu erfüllen", versicherte Tarantola, die nach der Unternehmerin und Ex-Mailänder Bürgermeisterin Letizia Moratti die zweite Frau an der Spitze der RAI ist. Das Staatsfernsehen könne einen wichtigen Beitrag zum Wachstum Italiens beitragen. "Italien muss in die Zukunft blicken und Perspektiven suchen. Die RAI kann eine entscheidende Rolle für ein langfristiges Wachstum im sozialen und kulturellen Bereich spielen", sagte Tarantola. (sda)