Preis der Pressefreiheit für türkischen Journalisten

Unesco - Ahmet Sik wird als "glühender Verteidiger der Menschenrechte" gewürdigt.

Den Unesco-Preis der Pressefreiheit hat in diesem Jahr der türkische Journalist und Buchautor Ahmet Sik bekommen. Die UNO-Organisation würdigte den 44-jährigen Enthüllungsjourmalisten am Freitag als "glühenden Verteidiger der Menschenrechte". 

In seinen Artikeln prangere Sik "Korruption und Gewalt gegen Meinungsfreiheit" an, teilte die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur mit. Unesco-Generalsekretärin Irina Bokova übergab Sik die Auszeichnung am Sitz der Organisation in Paris.

Auszeichnung gelte auch seinen Kollegen
Der Journalist erklärte, zweifellos hätten viele Kollegen in der Türkei oder anderswo den Preis "mehr verdient" als er. Einige hätten ihr Leben verloren, andere ihre Freiheit. Die Auszeichnung gelte deshalb auch allen seinen Freunden. 

Sik war im März 2011 zusammen mit seinem ebenfalls prominenten Kollegen Nedim Sener und einem Dutzend anderer Verdächtiger festgenommen worden. Die Justiz beschuldigte sie, den rechtsgerichteten Geheimbund Ergenekon zu unterstützen.

Ergenekon plante nach Einschätzung der türkischen Staatsanwaltschaft einen Staatsstreich gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Laut Erdogan-Gegnern missbrauchte die Regierung die Ermittlungen gegen mehrere hundert mutmassliche Ergenekon-Mitglieder für eine Hexenjagd gegen Kritiker.

Ein Jahr in Untersuchungshaft
Nach einem Jahr in Untersuchungshaft kamen die beiden Journalisten auf freien Fuss. Im Fall ihrer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu 15 Jahre Gefängnis. In einer ersten Stellungnahme nach seiner Freilassung hatte Sik daran erinnert, dass in der Türkei immer noch rund hundert Journalisten hinter Gittern sässen.

Hinzu kämen mehrere tausend Menschen, die im Zusammenhang mit Vorwürfen der Unterstützung für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ebenfalls wegen Meinungsäusserungen in Untersuchungshaft gesteckt worden seien. "Wir werden weiter für sie kämpfen", sagte Sik, dessen Verhaftung kurz vor der geplanten Veröffentlichung seines Buchs über die mutmassliche Unterwanderung der türkischen Polizei durch islamistische Kreise erfolgte.

Die Preisträger des "World Press Freedom Prize" werden von einer internationalen Journalistenjury ausgewählt. Die Verleihung der mit 25'000 Dollar dotierten Auszeichnung erfolgt aus Anlass des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai. (sda)