Kulturkritiker müssen sich zwar an die Grenzen der Kommentarfreiheit halten, sollen dabei aber viel Spielraum haben. Der Schweizer Presserat hat eine entsprechende Beschwerde gegen die "Basler Zeitung" (BAZ) teilweise abgewiesen.
Verfasser der Beschwerde war Roland C. Rasi, Präsident von "Les muséiques", der Trägerstiftung des gleichnamigen Festivals. Er hatte der BAZ vorgeworfen, im März 2004 als Medienpartnerin von "Les muséiques" in ihren Kritiken lückenhaft oder falsch informiert und das Konzept lächerlich gemacht zu haben.
Weiter beschuldigte Rasi die BAZ, die Akustik unverhältnismässig kritisiert und das Publikum verunglimpft zu haben. Schliesslich habe die Zeitung eine Falschmeldung nicht berichtigt, wonach der Basler Regierungspräsident Jörg Schild ein Schulkollege von Rasi sein sollte - trotz umgehenden Protests von Schild
Die BAZ-Redaktion wies die Beschwerde als unbegründet zurück. Sie gehe hauptsächlich darauf zurück, dass die Redaktion "exzessive Wünsche" des Festivals nicht erfüllt habe, wie der Presserat in seiner am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme zitierte. Die Konzertkritiken seien eindeutig als Werturteile erkennbar gewesen.