Als Reaktion auf einen kritischen Artikel über den schiitischen Islam hat die iranische Pressezensur die reformorientierte Zeitung "Bahar" verboten. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Montag.
Die Kommission zur Überwachung der Presse habe die Zeitung verboten und die Angelegenheit an die Justiz übergeben, erklärte demnach der Vorsitzende der Behörde, Alaedin Sohurian. Der am Mittwoch veröffentlichte Artikel hatte nach Ansicht von Kritikern den schiitischen Glauben in Frage gestellt.
Die Leitung der Zeitung entschuldigte sich daraufhin und erklärte, die Veröffentlichung sei ein "versehentlicher Fehler" gewesen, der Inhalt des Textes stimme nicht mit der inhaltlichen Linie der Redaktion überein. Wegen der anhaltenden Proteste gegen den Artikel stellte das Blatt am Samstag seine Arbeit vorübergehend ein.
Wie andere reformorientierte iranische Zeitungen war "Bahar" bereits mehrere Jahre verboten gewesen und erst seit Ende 2012 wieder erschienen. Der im Juni gewählte iranische Präsident Hassan Ruhani hatte dem Volk mehr Freiheiten versprochen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Oppositionsaktivisten und reformorientierte Journalisten aus der Haft entlassen. (sda)