Die Schweizer lieben die Medien und sind auch bereit, etwas dafür auszugeben. Durchschnittlich 2918 Franken pro Kopf haben die privaten Haushalte im letzten Jahr in Medien investiert. Das ist etwa gleich viel wie im Vorjahr. Im Grossen und Ganzen zeigte sich Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse, am Mittwoch bei der Vorstellung des Medienbudgets 2009 in Zürich zufrieden mit dem Zustand der Branche. Sie habe im vergangenen Jahr - entgegen allen Prognosen - insgesamt besser abgeschlossen als 2008.
Die Sparte Presse habe zwar erstmals etwas stärker nachgegeben als in den vergangenen Jahren. "Wir haben schwierige Zeiten, aber von einer Krise zu sprechen, ist falsch", betonte Lebrument. Abgesehen von Gratiszeitungen sei 2009 kein einziger Titel verloren gegangen. So ruhig - abgesehen von einigen Eigentümerverschiebungen - sei es in der Presselandschaft schon lange nicht mehr gewesen.
Als bedenklich bezeichnete Lebrument den Einbruch bei den Werbeeinnahmen. Die Printmedien hätten im vergangenen Jahr auf einen Schlag 500 Millionen Franken verloren. In diesem Bereich müsse der Hebel angesetzt werden. Die Einschätzung des Verbandspräsidenten untermauerte Thérèse Ruedin mit den vom Verband erhobenen Zahlen. So betrugen die Medieneinnahmen 2009 gesamthaft 12,9 Milliarden Franken (- 3,9 Prozent). Davon entfielen 2,8 Milliarden (- 15,1 Prozent) auf Werbung. Private und Unternehmen gaben insgesamt 10,1 Milliarden (- 0,2 Prozent) für die Nutzung von Medien aus. (sda)