Der Prix Courage 2003 der Zeitschrift Beobachter geht an den emeritierten Medizinprofessor Christian Sauter. Sauter deckte den Titelbetrug eines Vorgesetzten am Zürcher Unispital auf. Die Behörden verweigerten ihm dafür einen Lohnstufenanstieg. Sauter verdiene den Preis, weil er sich für die Wahrheit eingesetzt habe mit dem Risiko, dafür geächtet zu werden, begründete die Jury den Entscheid. Der Rechtsstaat dürfe nicht vor den Pforten der Universität aufhören, sagte Jurypräsident und alt-Bundesrat Otto Stich bei der Preisverleihung am Samstag in Zürich.
Der 66-jährige, heute emeritierte Krebsspezialist Sauter hatte erfahren, dass der Chef der Klinik für Viszeralchirurgie am Unispital, Rainer W. Grüssner, zu Unrecht den Titel eines "Ph.D." trägt. Er informierte die medizinische Fakultät, doch nichts passierte. Grüssner musste die Klinik allerdings nach einem Jahr aus anderen Gründen verlassen. Sauter hingegen erhielt einen Verweis, weil er den Dienstweg nicht eingehalten und eigenständige Nachforschungen unternommen hatte. Ihm wurde dafür ein Lohnstufenanstieg verweigert, was eine Kürzung seiner Rente bedeutet. Der Titelbetrug wurde mittlerweile in einer Chirurgenzeitschrift publik gemacht.
Publikumspreis an Lebensretter