Problem mit Video und DVD

Neues Filmgesetz - Bessere Erfolgschancen für Schweizer Film.

Auf den 1. August hat der Bundesrat das neue Bundesgesetz über die Filmproduktion und Filmkultur (FiG) in Kraft gesetzt. Ein wichtiges Gesetzesziel ist die Angebotsvielfalt. Bei Videos und DVDs kommt es jedoch zu einer Angebots-Beschränkung. Bundesrätin Ruth Dreifuss zeigte sich anlässlich einer Medienorientierung am Freitag am Filmfestival Locarno erfreut über das neue Filmgesetz. Es biete dem Bund ein modernes Instrumentarium für die Filmkulturpolitik, "mit dem die Schweiz Chancen hat, ihre Rolle als Land der Angebotsvielfalt im Kino beizubehalten und zu entwickeln", erklärte sie in Locarno. Verleihfirmen und Kinos sind nun gesetzlich verpflichtet, die Angebotsvielfalt zu garantieren. Mittels einer Branchenvereinbarung wollen sie selber Massnahmen treffen, falls die Vielfalt verletzt sein sollte. Erst wenn keine Einigung zustande kommt, wird der Bund tätig.

Mit einer neu zu erstellenden Kinofilmstatistik sollen in Zukunft die Wirkungen der Filmkulturpolitik des Bundes besser evaluiert werden. "Unsere Statistiken müssen verbessert werden", zeigte sich Dreifuss selbstkritisch. Das Filmgesetz bringe aber auch das nötige Instrumentarium, um dem Schweizer Film bessere Erfolgschancen zu verschaffen, sagte die Filmliebhaberin Dreifuss weiter. Mit der nun gesetzlich geregelten erfolgsabhängigen Förderung von Schweizer Filmen soll der Erfolg an der Kinokasse belohnt werden. Zudem versprach Dreifuss eine weitere "vorsichtige und bescheidene" Erhöhung der Bundessubventionen.

Dafür und Dagegen

Negative Folgen hat das neue Filmgesetz für die Angebotsvielfalt bei Videos und DVDs. Wie bekannt wurde, führt eine im Zusammenhang mit dem FiG erfolgte Änderung des Urheberrechtsgesetzes dazu, dass das Angebot in den Fachgeschäften schrumpft. Insbesondere gewisse Klassiker und Filme in Originalsprache dürfen ab sofort in der Schweiz nicht mehr verkauft werden. Bundesrätin Dreifuss betonte, dass man sich dieser Folgen bewusst gewesen sei, und sie bedauerte, dass Videohändler nun in Schwierigkeiten kommen könnten. Die Kulturministerin stellte klar, dass auch das Angebot an Videos und DVDs zu der vom Gesetz angestrebten Vielfalt gehöre.