Ende August hat ein Buch Aufsehen erregt, das der Facts-Wirtschaftschef Lukas Hässig über den Flughafen Unique geschrieben hat. Dies deshalb, weil Hässig Insiderwissen zu Papier gebracht hatte, das er sich zuvor während drei Jahren als Pressesprecher des Zürcher Flughafens erworben hatte. Das Medienmagazin Klartext wirft nun in seiner aktuellen Ausgabe die Frage auf, ob es unethisch sei, wenn ein Journalist wiederholt die Fronten zwischen Journalismus und Unternehmenskommunikation wechselt und nachher das erworbene Wissen zu Geld macht.
Hässig selber hat in seinem Tun nichts Unethisches entdecken können, zumal er bei Unique keine Schweigeklausel unterschrieben habe, wie Klartext schreibt. Ausserdem habe er nach seinem Abgang bei Unique zwölf Monate nicht über den Flughafen Zürich geschrieben.
Der Präsident des Presserates, Peter Studer, sieht an sich kein Problem im Seitenwechsel, solange dieser mit klaren ethischen Vorstellungen geschieht, wie er Klartext gegenüber sagte. Für ihn teilen sich die Rollen von Journalist und Pressesprecher ganz klar in zwei Lager: "Der Unternehmenssprecher ist ein Söldner, eine Hilfsperson oder eventuell sogar ein Mitglied der Firmenleitung. Er ist der Allgemeinheit erst in zweiter Linie verpflichtet. Der Journalist sollte auf der Wahrheitssuche sein, unabhängig. Es sind ganz klar konträre Rollenbilder: Diese Unterschiede muss man herausstreichen."