Während die "BaZ" aufgrund der Wirren rund um ihre Besitzerschaft laufend Leser verliert, kann das Basler Konkurrenzblatt "TagesWoche" immer stärker zulegen. "Wir sind ein wenig stolz", schrieb "TagesWoche"-Co-Chefredaktor Remo Leupin am Donnerstag in seiner 50-Tage-Bilanz. Die "TagesWoche" hat bereits wenige Wochen nach dem Start eine abonnierte Auflage von rund 9'500 Exemplaren (Stand Dienstagmorgen), wie er auf Anfrage von persoenlich.com erklärt. Zudem werde sein Blatt pro Monat im Schnitt rund 20'000 Mal einzeln verkauft. "Diese Zahlen haben unsere Erwartungen massiv übertroffen. Das ist erfreulich in einer Zeit, in der die meisten Zeitungen und Zeitschriften an Auflage einbüssen."
BaZ-Berichterstattung wird gut gelesen
Seit am Mittwoch bekannt wurde, dass die "BaZ" wieder dem Tessiner Investor Tito Tettamanti gehört, hatten rund 1'000 Leser das Abonnement gekündigt (persoenlich.com berichtete). Gleichzeitig kamen übers Wochenende bei der "TagesWoche" 500 Neuabonnenten dazu, wie Leupin erklärt. Auch in Bezug auf die schweizweite Beachtung profitiert die "TagesWoche" von den derzeitigen Querelen: Die Berichterstattung zur "Basler Zeitung" und zur Bundesratswahl wurde besonders gut gelesen und auch in anderen Medien zitiert. Ansonsten seien die Rubriken Basel und Sport am beliebtesten, so Leupin.
Nur wenig Kommentare auf der Webseite
Auch Online wird die junge Basler Wochenzeitung laut den Machern gut genutzt. 3650 Personen sind bisher registriert. Mit einem Zugang können sie die Zeitung lesen, kommentieren und die Berichterstattung ergänzen. Klickt man durch die Webseite, sind allerdings bei den meisten Texten keine oder nur wenige Kommentare zu lesen. "Wir setzen auch bei der Community auf Qualität statt Quantität und haben mit der Registrierungspflicht eine qualitative Hürde eingebaut. Die Qualität der Kommentare unserer Community zeigt, dass diese Strategie die richtige ist", erklärt Leupin den Grund für die wenig sichtbare Usermitwirkung.
iPad-Version kommt bis Sommer 2012
So viel Erfolg beflügelt die Redaktion. "Die Stimmung bei der TagesWoche ist sehr gut, ich spüre enormen Enthusiasmus". Das Projekt sei ein Start-up. Die Redaktion beschränke sich auf gerade mal 17 Vollzeitstellen, zudem seien viele Teilzeit angestellt. Dies bringe mit sich, dass seine Mitarbeiter viel arbeiten würden. "Doch die Arbeit macht grossen Spass", so Leupin. Mit Blick in die Zukunft erklärt er, dass man nun im technischen Bereich weiter aufrüsten und Verbesserungen erwirken will. "Zusammen mit unserem Team in Berlin werden wir die Online-Dialogfunktionen vereinfachen und die iPad-Version fit trimmen." Der Launch der iPad-Version sei in der ersten Hälfe des kommenden Jahres geplant. (eh)