Projekt Neo soll Medienhaus zukunftstauglich machen

NZZ - Laut CEO Veit Dengler ein offener Prozess "unter Einbindung der Mitarbeiter".

"Neo" heisst das Projekt, mit dem die NZZ-Gruppe die Krise in der Medienindustrie überwinden will. Dies schreibt die "Schweiz am Sonntag" in ihrer Ausgabe vom 7. September. Der entsprechende Prozess sei rollend und finde im grösstmöglichen internen Kreis statt, hält die Zeitung unter Berufung auf Eingeweihte weiter fest. Mehrere Quellen aus der NZZ-Redaktion gäben an, das Projekt Neo gehe in der Konsequenz sehr weit – und sei bereits weit gediehen.

Geplant sei mittelfristig, Aktualität und News in der Tendenz online zu publizieren, Hintergründiges dagegen nur noch in der Printausgabe. Diese soll zu einer Art Best-of aller journalistischen Angebote werden – seitenmässig deutlich ausgedünnt.

Dies sorge für Unruhe bei der NZZ. Noch immer gälte dort bei vielen Journalisten ein Zweiklassensystem, schreibt das Sonntagsblatt. Selbst wer einen Artikel nicht in der gedruckten Zeitung unterbringe, wolle ihn tendenziell nicht online publizieren. Eher warte man ab, bis sich doch noch Platz in der Printausgabe finde. Nach dem Motto: Nur was gedruckt ist, hat seinen Wert.

Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, bestätigte das Projekt Neo gegenüber der "Schweiz am Sonntag". Es sei jedoch "kein Konvergenzprojekt", betont er: "Das Ziel ist, den Kunden – unabhängig vom Kanal – das zu liefern, was sie wollen. Und wir wissen, dass unsere Kunden auf allen NZZ-Kanälen nach Hintergrund suchen."

Dass die NZZ-Gruppe im Internet nur noch News verbreiten wolle und in der Zeitung nur noch Hintergrund, stimme so nicht, so Dengler. "Aber es stimmt, dass wir uns intensiv über das Konzept Zeitung den Kopf zerbrechen und einen Relaunch der gedruckten NZZ oder mehr anstreben." Der Verlag werde dazu im Herbst auch Marktforschung betreiben. Man sehe Neo als offenen Prozess, "unter Einbindung der Mitarbeiter". (Schweiz am Sonntag)