Rund 500 Menschen haben am Sonntag gegen brutale Angriffe auf Journalisten und für Umweltschutz demonstriert. Sie trugen Schilder mit Fotos des Reporters Oleg Kaschin sowie des Aktivisten Konstantin Fetissow. Kaschin erwachte erst am Freitag wieder aus dem Koma, nachdem zwei Männer ihn vor einer Woche vor seiner Wohnung verprügelt hatten. Kaschin hatte über ein Autobahnprojekt berichtet, für das der Chimki-Wald ausserhalb Moskaus gerodet werden soll. Fetissow hatte sich gegen die Abholzung engagiert und war ebenfalls brutal niedergeschlagen worden. Beide erlitten schwere Kopfverletzungen, Kaschin wurden zudem der Kiefer zertrümmert, ein Bein und die Finger gebrochen.
Die Leiterin der Umweltschutzgruppe, die sich für den Erhalt des Chimki-Waldes einsetzt, Jewgenija Tschirikowa, sagte: "Mit unserer Aktion heute sagen wir: Hände weg von Bürgeraktivisten, Hände weg von Journalisten, Hände weg von Leuten, die aufrichtig ihre Meinung sagen." Kaschin wurde von zwei Männern zusammengeschlagen, der Überfall wurde von Sicherheitskameras aufgezeichnet. Die Bilder wurden im russischen Fernsehen gezeigt und lösten öffentliche Empörung aus. Zugleich aber bekamen aufgrund der nationalen Aufmerksamkeit für die Chimki- Kampagne auch andere Umweltschutzgruppen Zulauf, sagte der prominente Bürgerrechtsaktivist Lew Ponomorjow auf der Kundgebung. 15 Prozent der Bevölkerung seien politisch aktiv. "Diese 15 Prozent werden aktiver, führen verschiedene Aktionen durch und zunehmend auch gemeinsame." (sda)