Proteste gegen Vorgehen der Tamedia

Facts - Redaktion fühlt sich im Stich gelassen.

Am Dienstagabend hat die Tamedia-Konzernleitung die Belegschaft des Nachrichtenmagazins Facts angehört. Laut der Mediengewerkschaft Comedia hat sie es jedoch abgelehnt, mit den Mitarbeitern in Verhandlungen über den Sozialplan zu treten. Lediglich einzelne Forderungen der Mitarbeiter seien zur Prüfung entgegengenommen worden. In der folgenden Versammlung habe sich die Redaktion entsprechend verärgert gezeigt.

Wie ein Facts-Mitarbeiter gegenüber "persoenlich.com" erklärt, offeriert Tamedia den Betroffenen nicht mehr als die im Gesetz verankerten minimalen Leistungen. Abgangsentschädigungen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen drei Monate hinausgehen seien ebenso wenig vorgesehen, wie die Anrechnung der Ferien- und Überstunden-Guthaben. Was weiter für Unmut sorgt: Der angekündigten Absicht, sämtliche betroffenen Mitarbeiter beim Konzern unterzubringen, hat die Geschäftsleitung bislang keine Taten folgen lassen. "Es ist mir völlig unverständlich, wie der Konzern dazu kommt, nach aussen zu kommunizieren, was er nach innen nicht einhält", erklärt einer der enttäuschten Facts-Mitarbeiter.

Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, der Sozialplan bewege sich "im üblichen Rahmen". Man werde die eingereichten Forderungen jedoch prüfen. Dies benötige allerdings Zeit. Bereits am Dienstag Nachmittag hatte die Redaktion in einer einstündigen Protestpause kundgetan, dass sie Verhandlungen über einen "anständigen" Sozialplan erwarte. Weitere Aktionen sollen folgen. Misslungen ist indessen das Vorhaben, im redaktionellen Teil der letzten Facts-Ausgabe von morgen Donnerstag eine Mitteilung der Belegschaft zu platzieren. Die Geschäftsleitung lehnte dieses Ansinnen der Redaktion ab, wie "persoenlich.com" erfahren hat.

Auch der Umgehungsversuch, die Botschaft in einer Anzeige zu transportieren, wurde von der Tamedia vereitelt. Dessen ungeachtet kündigte ein Redaktionsmitglied gegenüber "persoenlich.com" in den kommenden Tagen weitere Protestaktionen an. "Es sind von uns noch einige Überraschungen zu erwarten“.

(Text: David Vonplon/sda)