Protestkundgebung nach Affäre um Kinderporno-Bilder

RSR - Ehemaliger Kantonsrichter mit Untersuchung beauftragt.

Zwischen 120 und 150 Personen demonstrierten am Mittwochmittag vor dem Gebäude des Westschweizer Radios in Lausanne. Sie verlangten die Wiedereinstellung des entlassenen Informatikers. Dieser war an der Kundgebung selber anwesend; er verfolgte diese vom Trottoir aus.

Am Montag hatte das RSR-Personal an einer Versammlung, an der 165 der 600 Mitarbeitenden teilnahmen, an die Direktion ein Ultimatum bis am Freitag 17 Uhr gerichtet. Bis dahin müsse der Informatiker wieder eingestellt werden. Falls dies nicht geschieht, soll am Montag eine neue Personalversammlung stattfinden. Diese würde über eine allfällige Arbeitsniederlegung befinden.

SRG setzt Kantonsrichter für Untersuchung ein

In der Affäre beim Westschweizer Radio RSR um das Herunterladen kinderpornografischer Bilder aus dem Internet ist der ehemalige Waadtländer Kantonsrichter Jacques Reymond mit einer Untersuchung beauftragt worden. Er soll sofort damit beginnen. Mit dem Mandat betraut wurde Reymond von Jean-Francois Roth, Verwaltungsratspräsident von RTSR, und SRG-Generaldirektor Armin Walpen. Während der Untersuchung werde keinerlei Information abgegeben, heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Der Verwaltungsrat von RTSR halte die Mandatserteilung an Jacques Reymond für einen wichtigen Schritt, um das Vertrauen wieder herzustellen, heisst es. Sie solle es Mitarbeitenden und Kader von RSR ermöglichen, "sich wieder voll auf ihre Arbeit zu konzentrieren". Die Affäre war Anfang März geplatzt, als ein Informatiker, der die kinderpornografischen Bilder 2005 bei einem Kadermitglied entdeckt hatte, die Angelegenheit an die Öffentlichkeit trug. Der Informatiker wurde daraufhin entlassen. Das Kadermitglied wurde unterdessen bis zum Abschluss des Verfahrens suspendiert. (sda)