Prozess gegen Chefredaktor Angéloz verschoben

L'Objectif - Neubeurteilung im August.

Die Neubeurteilung des Prozesses gegen L'Objectif-Chefredaktor Jean-Marc Angéloz wegen übler Nachrede wird auf August verschoben. Das Kantonsgericht des Kantons Freiburg hat einen entsprechenden Antrag gut geheissen. Das Gericht gewährt Angéloz mehr Zeit, um seine Verteidigung neu organisieren zu können. Grund: Sein Verteidiger ist in ein Disziplinarverfahren verwickelt, da ihm vorgeworfen wird, er habe sich durch seinen Klienten instrumentalisieren lassen. Angéloz' Anwalt, der Berner Fürsprecher Rainer Weibel, bestritt diese Vorwürfe von Beginn weg, war aber damit einverstanden, in den Ausstand zu treten, solange das Verfahren gegen ihn nicht bereinigt sei.

Ein fünfjähriger Rechsstreit

In fünf 1997 erschienenen Artikeln über den Völkermord in Ruanda hatte Angéloz einen Hutu-Ruander als "Nazi" bezeichnet. In einem weiteren Artikel von 1998 hatte er der "Vereinigung der Ruander in der Schweiz" angelastet, das für den Genozid an Tutsis verantwortliche Regime unterstützt zu haben. Das Strafgericht des Saanebezirks verurteilte ihn für diese Äusserungen im Oktober 1999 zu drei Monaten Gefängnis bedingt wegen übler Nachrede.