Publizist warnt vor der Halbierungsinitiative

Roger de Weck - Der Ex-SRG-Generaldirektor sieht in der Initiative eine ernsthafte Bedrohung für die Medienlandschaft und die Demokratie. In einem aktuellen Republik-Interview warnt der Journalist vor den Folgen und zieht Parallelen zu autoritären Tendenzen in Europa.

Der ehemalige SRG-Generaldirektor Roger de Weck äussert sich in einem Interview über die besorgniserregenden Entwicklungen in der Medienlandschaft und insbesondere über die Halbierungsinitiative, die eine drastische Reduzierung der SRG-Gebühren fordert. De Weck verknüpft diese Initiative mit autoritären Tendenzen in Europa und erklärt: «Die Initianten der Halbierungsinitiative sind geistesverwandt mit Feinden der Pressefreiheit», so de Weck gegenüber der Republik und nennt dazu Namen wie den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban oder den AfD-Politier Björn Höcke.

De Weck sieht die Initiative nicht nur als wirtschaftliches Problem, sondern als ernsthafte Bedrohung für die demokratische Gesellschaft. Er betont, dass die öffentliche Meinung über die SRG besser sei als die veröffentlichte Meinung und ist überzeugt, dass die Initiative keine Chance hat: «Ich glaube keine Sekunde, dass diese Volksinitiative auch nur den Hauch einer Chance hat – und ebenso sieht es die SVP-Spitze, wie ich zu wissen glaube.»

Im ausführlichen Gespräch thematisiert de Weck, der soeben sein neues Buch «Das Prinzip Trotzdem» (Verlag Suhrkamp) veröffentlicht hat, auch die Herausforderungen des Journalismus in der Schweiz. Er kritisiert die Sparmassnahmen bei Tamedia und hebt hervor, dass der Rückgang des Lokaljournalismus eine Gefahr für den Föderalismus darstellt. «Der Journalismus ist eine elementare Infrastruktur der Demokratie», warnt er und fordert mehr Engagement von Politik und Gesellschaft zur Sicherung dieser Infrastruktur.

De Weck fordert im Republik-Interview ein Umdenken im Umgang mit den Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Er sieht Investitionen in den Journalismus als entscheidend an, um gegen die Abwärtsspirale von Entlassungen und Qualitätsverlusten anzukämpfen. Seine klare Botschaft: Die Medien müssen gestärkt werden, um eine informierte Öffentlichkeit zu gewährleisten und den demokratischen Diskurs zu fördern.

Mit seinen Aussagen ruft Roger de Weck dazu auf, sich aktiv gegen den Abbau von Medienvielfalt zu wehren und die Bedeutung eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie zu erkennen. (cbe)