Publica Data hat die Radionutzungszahlen des zweiten Halbjahres 2005 publiziert. Zu den Gewinner gehören SR DRS, das den höchsten Marktanteil seit Einführung von Radiocontrol erreicht hat, und Radio 24, das seinen ersten Platz unter den Deutschschweizer Privatradios weiter ausbauen konnte. "persoenlich.com" präsentiert die aktuellen Radiocontrol-Zahlen sowie Stellungnahmen einzelner Sender. Dabei werden die aktuellen Zahlen nicht von allen ernst genommen.
In den Jahren 2004 und 2005 ist die Radionutzung in der Deutschen Schweiz weitgehend konstant geblieben: Täglich hörten je knapp 4 Mio. Personen Radio, dies in beiden Jahren während rund 115 Minuten pro Hörerin und Hörer.
Schweizer Radio DRS erzielte 2005 das beste Resultat seit Einführung von Radiocontrol. SR DRS erreichte über das ganze Jahr 2005 einen Marktanteil von 62.8 Prozent, im zweiten Semester 2005 sogar 63.1 Prozent. Alle SRG-Sender zusammen kommen in der Deutschschweiz im zweiten Semester auf einen Marktanteil von 67.1 Prozent. Die Deutschschweizer Privatradios erreichten zusammen einen Marktanteil von 25.5 Prozent wie im letzten Semester. Bei der Reichweite konnten sie leicht zulegen. Marktanteil und Reichweite der in der Deutschschweiz empfangbaren ausländischen Sender sind leicht gesunken.
Bei den Deutsschweizer Privatradios hat Radio 24 weiterhin die grösste Reichweite und den höchsten Marktanteil. Der Sender hat in beiden Kategorien zugelegt. Programmleiter Markus Mager gegenüber "persoenlich.com": "Die Zahlen für Radio 24 sind sehr erfreulich. Wir sind auf dem richtigen Weg und werden unser Programm weiter verbessern und ausbauen". Die am 1. Oktober eingeführten Programmänderungen (Verkürzung der Morgenshow, Ausbau des Info24 am Abend, Ausbau des Serviceanteils) hätten beim Publikum guten Anklang gefunden. Die Morgenshow ist die meistgehörte der Schweiz.
Radio Top bei Reichweite auf Platz zwei
Radio Top liegt bei der Reichweite nach Radio 24 und vor Energy Zürich auf dem zweiten Platz. Das Ostschweizer Radio konnte sich im 2. Halbjahr 2005 um 25'300 Hörer steigern. Der Marktanteil liegt bei 1.6 Prozent, was den sechsten Platz ergibt. Nach Marktanteil liegt Radio Argovia bei den Privaten auf dem zweiten Platz.
Radio Energy Zürich hat die gesteckten Ziele erreicht, wie es in einer Mitteilung schreibt. Gemäss Radiocontrol hat der Sender bei Reichweite und Marktanteil gewonnen.
Kräftig zulegen konnte Radio Zürisee. Der Sender freut sich vor allem auch über die Entwicklung im Konzessionsgebiet von Radio 24 und Energy Zürich. Dort habe Radio Zürisee seine Marktposition ausbauen können, indem es Energy im Marktanteil überholt und in der Tagesreichweite praktisch gleichgezogen habe, wie einer Mitteilung des Senders zu entnehmen ist.
Radio 32 konnte seine Hörerschaft ausbauen. Im Sendegebiet Aarau, Solothurn und Bern liegt Radio 32 in der relevanten Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen vor DRS 3 und DRS1, wie der Sender mitteilt. Über alle Zielgruppen hinweg liege Radio 32 hinter DRS1 auf Platz zwei. Radio Aktuell ist mit den Zahlen laut Mitteilung zufrieden. Mit weiteren Programmverbesserungen und einer klaren Fokussierung auf die Hörbedürfnisse soll die Stellung 2006 weiter ausgebaut werden.
In der Region Basel liegt Radio Basilisk vor Basel 1. Die redaktionellen Eigenleistungen würden nun belohnt, heisst es in der Mitteilung von Radio Basilisk. Auch die regionale Verankerung in der Region, die sich in Sondersendungen rund um die Fasnacht zeige, zahle sich aus.
Radio 105 nimmt Zahlen nicht ernst
Zu wirklich markanten Einbrüchen bei Reichweite oder Marktanteil ist es nicht gekommen. Radio Extra Bern, Radio BeO oder etwa Radio 3fach sowie auch toxic.fm, Radio Aktuell und Radio Munot haben an Reichweite leicht verloren. Die Marktanteile sind aber stabil geblieben.
Zu den Verlierern gehört auch Radio 105. Der Sender erreichte knapp 10'000 Hörer weniger als im ersten Halbjahr 2005. Gründer Giuseppe Scaglione sieht dies jedoch gelassen, wie er gegenüber "persoenlich.com" sagt: "Wir können die Radiocontrol-Zahlen leider nicht ernst nehmen, da es sich hier nicht um eine unabhängige Studie handelt." Vielleicht sei das der Grund, weshalb 105 bei den SRG-unabhängigen WEMF-Zahlen auf rund viermal so viele Hörer komme.
Zudem würden immer mehr Jugendliche Radio übers Internet hören, was bei Radiocontrol nicht berücksichtigt werde. "Als Werbekunde würde ich mir zweimal überlegen, ob ich meine Kampagne anhand von Radiocontrol-Zahlen planen möchte", so Scaglione.
(Bearbeitung: Sarah Wyss)
Deutsche Schweiz (24h, Mo-So):