Radio und Fernsehen haben im vergangenen Jahr in der Deutschschweiz und in der Romandie erneut an Publikum verloren. Das Radio bleibt aber das am intensivsten genutzte Medium. Immer noch auf dem Vormarsch ist das Internet.
Die eifrigsten Fernsehzuschauer der Schweiz wohnen im Tessin: Dort lag die Sehdauer pro Kopf und Tag im vergangenen Jahr bei 180 Minuten, wie die am Dienstag in Bern vorgestellen Erhebungen der Mediapulse AG ergaben. Das sind 5 Minuten mehr als 2005. In der Westschweiz betrug die Sehdauer 170 Minuten, in der Deutschschweiz 146 Minuten, je eine Minute weniger als im Jahr davor.
Nach wie vor starke Ausländer
Mit 60,3 Prozent erzielten die ausländischen TV-Sender in der deutschen Schweiz den grössten Marktanteil. Leader waren die beiden deutschen Kanäle RTL mit 7,3 Prozent und SAT1 mit 6,4 Prozent. Der Marktanteil des Schweizer Fernsehens (SF) betrug insgesamt 34,5 Prozent. Weitere 4,4 Prozent entfielen auf private Schweizer TV-Stationen.
In der Westschweiz kam TSR auf einen Marktanteil von 32,3 Prozent. Die ausländischen Sender waren mit 65,3 Prozent noch stärker als in der deutschen Schweiz. TF1 kam als stärkster Ausländer auf 16,6 Prozent. Im Tessin erzielte TSI 31,3 Prozent, während ausländische TV-Stationen 62,9 Prozent Marktanteil verbuchen konnten.
Radiokonsum rückläufig
Das Radio als Medium musste im vergangenen Jahr sowohl bei der Reichweite als auch bei der Hördauer Einbussen hinnehmen. Insgesamt hörten 90,3 Prozent der Bevölkerung (2005: 91 Prozent) täglich Radio. Der durchschnittliche tägliche Konsum sank um 4 auf 100 Minuten pro Person und Tag.
Bei der Reichweite mussten die SRG-Sender mit 1,2 und die ausländischen Radios mit 1,5 Prozent Einbussen in Kauf nehmen. Demgegenüber steigerten aber die SRG-Radios ihren Marktanteil um 0,8 Prozent auf 67,7 Prozent. Die Privatradios konnten ihren Marktanteil (25,6 Prozent) und ihre Reichweiten (53,3 Prozent) halten.
In ihren Verbreitungsgebieten nehmen Radio Rottu (Wallis), Radio 32 (Mittelland-Olten), Radio Pilatus (Innerschweiz) und Radio Argovia (Aargau) Spitzenpositionen ein. In der Westschweiz sind es RTN-2001 (Neuenburg), Radio Rhône (Wallis) und Radio Fréquence Jura.
Zwei Drittel haben Internet-Anschluss
Noch immer nicht gesättigt scheint der Internet-Markt in der Schweiz. 2006 surften 72 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal pro Quartal im Internet. Seit 2001 hat damit die Internet-Nutzerschaft um 21 Prozent zugenommen. 78 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen nutzen in der Schweiz das Internet.
77 Prozent der Schweizerinnen oder Schweizer besassen im letzten Jahr zu Hause einen oder mehrere Computer. 67 Prozent der Schweizer hatten einen privaten Internet-Anschluss. 18 Prozent, knapp ein Fünftel weniger als 2005, waren noch via einen analogen Anschluss mit dem Web verbunden. Demgegenüber stieg die Zahl derjenigen, die via ADLS ins weltweite Netz einstiegen, um 21 auf 50 Prozent. 8 Prozent gelangten via ISDN ins Internet und 19 Prozent über das TV-Kabel.