Räumt Suite im Berner Nobelhotel Bellevue

Ringier - Hannes Britschgi muss ausziehen.

Ringier hat den Mietvertrag für die Suite im Berner Nobelhotel "Bellevue Palace" per Ende Jahr gekündigt. Konzernchef Marc Walder hat den Beschluss persönlich angeregt, das Kündigungsschreiben ist vergangene Woche verschickt worden. Auf Anfrage bestätigt die Ringier-Kommunikationsstelle die Recherchen der "SonntagsZeitung". Über die Höhe der Einsparungen wird geschwiegen – sie dürften jährlich im sechsstelligen Bereich liegen. Eine Junior Suite kostet gegenwärtig 784 Franken pro Nacht. Walder reagiert mit der Kündigung auf den Spardruck an der Dufourstrasse. 2011 ist der Gewinn auf 22,8 Millionen Franken gesunken – bei einem Umsatz von 1,1 Milliarden Franken.

Das Verlagshaus hat die Dépendance vor gut dreissig Jahren gemietet, seither wurde in den Räumen Schweizer Mediengeschichte geschrieben: Die Suite steht für den Aufstieg der Ringier-Blätter und ihres Politjournalisten Frank A. Meyer in Bundesbern. Das Bellevue wurde zu Meyers Trutzburg und Wirkungsstätte, von wo aus der Zampano einen direkten Zugang zu Leitwölfen wie SP-Präsident Helmut Hubacher oder SVP-Bundesrat Adolf Ogi aufbaute. Bei Politaffären wie dem Fichenskandal liefen die Fäden in Meyers Gemach zusammen. Anfang 2010 übernahm Ringier-Publizist Hannes Britschgi die Suite im Bellevue. Allerdings gab er ein Zimmer ab. (SoZ)