Rangliste der Medien-Irrtümer des Jahres

USA - Zeitungen entschuldigen sich für 120 Jahre alten Bericht.

US-Autor Craig Silverman sammelt auf seiner Website www.regrettheerror.com systematisch Hinweise auf Irrtümer in den Informationsmedien. Nun hat er eine Rangliste der Irrtümer des Jahres 2006 veröffentlicht, wie die NZZ berichtet. Für Silverman war das Jahr in den angelsächsischen Medien das Jahr der verspäteten Richtigstellungen.

So haben sich die beiden US-Tageszeitungen "Raleigh News & Observer" und der "Charlotte Observer" für die Form ihrer Berichterstattung über die Rassenaufstände in North Carolina entschuldigt. Es geht dabei um Artikel, die vor 120 Jahren publiziert wurden. Der "Tallahassee Democrat" entschuldigte sich für Vorfälle, die immerhin "nur" 50 Jahre zurück liegen.

Als "Irrtum des Jahres" bezeichnet Silverman die Berichterstattung der "Canada's National Post", wonach in Iran eine Gesetz verabschiedet wurde, das Nichtmuslimen vorschreibe, Erkennungszeichen auf ihrer Kleidung zu tragen. Dabei schenkte die Tageszeitung den Behauptungen eines iranischen Schriftstellers Glauben, ohne sie nachzuprüfen. Dem Blatt war die Geschichte aufgrund der Parallele zum Schicksal der Juden im Dritten Reich die ganze Titelseite wert. Die Falschmeldung, für die sich "Canada's National Post" nach fünf Tagen entschuldigte, wurde ebenfalls ungeprüft von Medien in Nordamerika und Europa übernommen.