Still und heimlich hat Ringier seine Internetplattform "Entertainment 360" (www.e360.ch) per Ende Dezember 2009 eingestellt - nach nur eineinhalbjähriger Betriebsdauer. Die Ratgeber-Site war als Anlaufstelle für Konsumenten gedacht, die auf verständliche Weise den Gebrauch von Unterhaltungselektronik (PC, Foto, Musik, TV/Video, Mobile und Games) erklärt haben wollten. "Die Site konnte den anvisierten Traffic nicht erreichen und es haben sich wichtige Partner aus dem Projekt zurück gezogen", begründet Ringier-Sprecher Stefan Hackh den Einstellungsentscheid.
"Das Hauptproblem war, dass wir keine langfristigen Sponsoren mehr hatten, dafür ist das Umfeld derzeit zu schwierig", ergänzt Projektleiter Benjamin Tharin. Zum Traffic meint er, die Nutzer seien "primär treu, jedoch nicht allzu zahlreich gewesen". Die Gründe sieht er im Themenbereich von e360. Wer auf Google ein Problem mit seinem Handy eingebe, werde kaum als erstes auf e360 verwiesen, zu zahlreich und kompetent seien andere deutschsprachige Beratungssites. "Bei der Technik gibt es eben keine lokalen Themen", sagt Tharin.
Ringier hatte E360 im Juli 2009 mit einem Lancierungsanlass im Starbucks am Stauffacher in Zürich vorgestellt. Das Angebot solle die "strategische Initiative und Kompetenz von Ringier im Bereich neuer Medien" unterstreichen, hiess es damals. Mit von der Partie waren die Sponsoren SonyEricsson und Microsoft. Zumindest letzterer stieg aber schon bald aus. "Wir waren lediglich als Hauptsponsor beim Launch dabei", sagt Pressesprecherin Barbara Josef heute.
Notiz zum Schluss: Kaum hört Ringier auf, steigt Tamedia in den Bereich IT und Unterhaltungselektonik ein: Soeben hat Search.ch eine neuen Zusatzdienst gestartet, zwar ohne Beratung, immerhin aber mit Produkt- und Preisvergleichen (www.search.ch/produkte). Und Microsoft ist als Anbieter wieder voll mit dabei. (mk)