Raubkopien bedrohen die Schweizer Kinokultur

Filmpiraterie - Legales Download-Angebot auch für die Filmindustrie?

Der Schaden, welcher der US-Filmindustrie erwachse, betrage pro Jahr drei Milliarden Dollar, schätz die Schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (Safe) in der Aargauer Zeitung (AZ). Den Verlust der Schweizer Filmbranche dotiert Safe auf ungefähr 90 Millionen Franken. Dies entspreche laut Safe-Pressesprecher Roger Chevallaz zwar einer Umsatzeinbusse von 10 bis 15 Prozent, aber die Verlustanalyse sei nicht eindeutig durchführbar. Wer wisse schon, ob Leute, die einen Film herunterladen, diesen ohne Download auch im Kino angesehen hätten.

Wie in der Musikbranche, müsse auch die Filmindustrie möglichst schnell ein legales Downloaden von Filmen ermöglicht werden, so Chevallaz weiter. Jürg Hofmann, Direktor von Warner Home Video Schweiz erklärt gegenüber der AZ, dass ein legales Download-Angebot auf das erste Quartal von 2006 geplant sei.

Laut AZ gefährdet aber die Filmpiraterie nicht nur das Kinogeschäft, sondern auch den Filmhandel. Eine von der Filmförderung Deutschland durchgeführte Studie zeige, dass 2004 ein Trend vom Download weg zum Kopieren der Originale festgestellt worden sei.

Der Schaden in der Schweiz entstehe zu 15 Prozent durch den Download, zu 10 Prozent durch gefälschte DVDs und zu 75 Prozent durch den Schneeballeffekt des Weiterkopierens von legalen und illegalen Kopien, wie Hofmann der AZ erklärt.

Vor zwei Jahren versuchte man in Deutschland laut AZ die Filmpiraterie als Schwerverbrechen darzustellen. Dies durch eine Kampagne an Szeneorten unter dem Motto "Hart, aber gerecht". Das Ergebnis war ein Glaubwürdigkeitsproblem. Mittlerweile habe sich der Tonfall gemässigt.