Umfangreiche Investitionen haben den Betriebsgewinn von Axel Springer im dritten Quartal gedrückt. Ausgaben für neue Bezahlmodelle bei den Tageszeitungen "Welt" und "Bild" sowie kleinere Zukäufe führten zu einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 18 Prozent auf 123 Mio. Euro, wie der deutsche Medienkonzern am Mittwoch mitteilte.
Zuversicht fürs kommende Jahr
Starke Zuwächse im digitalen Geschäft mit Online-Anzeigenportalen glichen erneute Umsatzeinbussen bei Zeitungen und Zeitschriften mehr als aus. Die Konzernerlöse stiegen um knapp vier Prozent auf fast 816 Mio. Euro. Für das kommende Jahr gibt sich der Medienkonzern zuversichtlich. Da dann die kostenintensive Restrukturierung grösstenteils abgeschlossen sei, werde mit einem besseren Ergebnis als im laufenden Jahr gerechnet, sagte Finanzchef Lothar Lanz am Mittwoch.
Allerdings gelte diese Prognose vorbehaltlich der Auswirkungen des Verkaufs eines Grossteils der Print-Blätter an die Essener Funke Mediengruppe. Fürs laufende Jahr geht der Verlag von einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im einstelligen Prozentbereich aus.
900 Millionen Euro für Verkäufe
Der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften wie dem "Hamburger Abendblatt" und der "Hörzu" an Funke, mit dessen Abschluss Springer im Frühjahr rechnet, wird dem Berliner Medienunternehmen rund 900 Millionen Euro in die Kasse spülen. "Unsere Finanzlage ist komfortabel und bietet weiteren Spielraum für Wachstum", sagte Lanz. Konzernchef Mathias Döpfner betonte, dass an dem Investitionskurs in digitale Medien festgehalten wird. Die Deutsche-Telekom -Tochter Scout24 spiele dabei aber "keine Rolle".
In der Schweiz verlegt der Konzern unter anderem die Zeitschrift "Beobachter", die "Handelszeitung" sowie die Programmzeitschrift "Tele". (sda/reu)