Die Redaktion der Tageszeitung "Der Bund" wehrt sich gegen den von Tamedia verhängten Abbau von 19 Stellen. "Die Notwendigkeit des Abbaus ist für das betroffene Personal nicht überprüfbar, gefährdet möglicherweise die Qualität der Tageszeitung und damit auch das Image des Konzerns Tamedia", heisst es in einer Mitteilung der Journalistenorganisationen comedia und impressum.
Die Redaktion des "Bund" übergab am Dienstag ihrer Geschäftsleitung die von der Personalkommission ausgearbeiteten Vorschläge, wie der angekündigte Stellenabbau vermieden oder verringert werden könnte. Die Übergabe war mit einem symbolischen Aufmarsch der "Bund"-Redaktion verbunden und stand unter dem Zeichen des Slogans "Qualität ist nicht gratis!". Die Redaktion fordert Tamedia auf, das Ausmass des Abbaus nochmals zu überprüfen.
Die Redaktion bemängelt weiter, dass die gesetzlich vorgeschriebene Konsultation der Belegschaft nur summarisch durchgeführt worden ist. Insbesondere sei der Personalkommission der Zugang zu vertieften Informationen verwehrt worden, die notwendig gewesen wären, um die Notwendigkeit des Abbaus zu überprüfen und Alternativen zum Personalabbau zu suchen.
Teilweise sind die Sparmassnahmen im vorübergehenden Inseraterückgang aufgrund der Wirtschaftskrise begründet. Die Redaktion fordert daher, dass der Personalabbau durch Kurzarbeit ersetzt werde, und zwar in dem Umfang, der dem konjunkturell begründeten Inserateeinbruch entspricht. Unvermeidbare Entlassungen sollen so weitgehend wie möglich durch Angebote zur Frühpensionierung und Pensenreduktionen aufgefangen werden.


Chefredaktor Arthur Vogel (graue Jacke) nimmt die Forderungen entgegen.

