Redaktion will auch künftig vor Ort recherchieren

"K-Tipp" - Urteil des Presserats nicht nachvollziehbar.

Der Schweizer Presserat rügt den "K-Tipp" für eine verdeckte Recherche bei der Groupe Mutuel. Der K-Tipp hatte einen Redaktor inkognito in eine Ausbildungsveranstaltung zum Versicherungsverkäufer geschickt. Seine Erfahrung: Die Groupe Mutuel lässt nach einer Schnellbleiche die "Versicherungsberater" ohne Grundwissen auf die Kunden los – nach nur vier Stunden "Ausbildung". Nach Auffassung des Presserates war diese verdeckte Recherche nicht nötig, um an solche Informationen zu gelangen. Das gewählte Vorgehen sei "unverhältnismässig".

Für den "K-Tipp" sei dieses Urteil nicht nachvollziehbar, heisst es in einer Mitteilung. Die Redaktion schreibt: "Bisher pflegte der Presserat verdeckte Recherchen zu stützen. Die Groupe Mutuel ist eine der grössten Schweizerischen Krankenkassen. Im Vermittlungsgeschäft werden zulasten der Prämienzahler Hunderte von Millionen Provisionen gezahlt. Das Thema bewegt die Gemüter und ist wichtig. Es brauchte einen Redaktor vor Ort, um die schlampige Ausbildung aufzuzeigen. Ohne persönliche Kursteilnahme vor Ort wäre dies nicht möglich gewesen. Der K-Tipp berichtet aus erster Hand und übernimmt keine Informationen, die sich nicht überprüfen lassen. Deshalb sind in solchen Fällen verdeckte Recherchern unumgänglich."