Redaktionen gegen neue Zulassungsregelung

Good News - Konzertveranstalter verlangt Vorschauen für Konzert-Akkreditierung.

Die Zürcher Veranstaltungsagentur Good News hat Anfang März in einem Rundschreiben an die Medien diese mit Nachdruck um ein wenig PR gebeten ("persoenlich.com" berichtete). Künftig werde für Konzertberichterstattung nur noch akkreditiert, wer die Veranstaltung im Vorfeld mit einer Vorschau "unterstütze".

In verschiedenen Redaktionen wird gegenüber dieser neuen Akkreditierungsregelung Unmut laut, wie die AZ berichtet. Aber nicht nur die Redaktionen, auch der Presserat sieht die journalistische Unabhängigkeit bedroht. Der Präsident des Presserats, Peter Studer, sagt: "Das ist absolut unstatthaft", und spricht gar von einem "Angriff auf den unabhängigen Journalismus".

Der stellvertretende Chefredaktor der Basler Zeitung, Matthias Geering, ist gemäss AZ an einer Einigung mit Good News genauso interessiert, wie alle anderen Redaktionen auch. Sollte aber keine solche zustande kommen, so könne er sich ein "konzertiertes Vorgehen der Schweizer Medienhäuser vorstellen". Andreas Z'Graggen, Chefredaktor der Berner Zeitung, sähe die redaktionelle Unabhängigkeit am ehesten gesichert, wenn die Redaktionen die Tickets für Veranstaltungen selber bezahlen würden. Laut der AZ bläst Z'Graggen aber ins gleiche Horn wie Geering und spricht gar von einem möglichen Boykott.