08.04.2009

ZH Journalistenpreis

Redaktoren der NZZaS bleiben Preisträger

Jury will Auszeichnung nicht aberkennen.

Schon ein paar Tage nach der feierlichen Auszeichnung im Juni 2007 wurde Kritik laut: Dass die beiden Journalisten Charlotte Jacquemart und Daniel Hug von der "NZZ am Sonntag" für ihre Artikelserie über die Fusion der Swissfirst mit der Bellevue-Bank den begehrten Zürcher Journalistenpreis erhielten, wurde damals von „Weltwoche“-Chefredaktor Roger Köppel scharf kritisiert.

Nachdem sich die "NZZ am Sonntag" dann Anfang März 2009 gegenüber dem ehemaligen Swissfirst-Chef Thomas Matter entschuldigte und zwei Äusserungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Bellevue-Bank zurücknahm, forderte die Aktion Medienfreiheit die Rückgabe des begehrten Journalistenpreises.

Nun hat sich die Jury der Stiftung Zürcher Journalistenpreis entschieden, auf diese Forderung nicht einzugehen. "Wir haben einstimmig beschlossen, den beiden Autoren Jacquemart und Hug den Preis nicht abzuerkennen." Dies bestätigt Jury-Präsident Fredy Gsteiger gegenüber "persoenlich.com". Man habe damals die Gesamtleistung der Recherchen ausgezeichnet, welche auf gewisse Missstände und Probleme aufmerksam gemacht hat. Daran habe sich inzwischen nichts geändert. "Es ist nach wie vor nicht erwiesen wer recht hat in dieser Angelegenheit", erklärt Gsteiger weiter.

Zudem wäre es auch sehr schwierig, wenn man nun anfangen würde solche Preise auf Abruf zu vergeben. "Ein Preis ist dann berechtigt, wann man ihn vergibt. Sonst müsste man alle Preise ständig hinterfragen." Weiter habe das Gremium nicht die Möglichkeit Tatsachen nachzurecherchieren. "Man muss sich auf das verlassen können, das was man zum Zeitpunkt der Verleihung weiss", so Gsteiger abschliessend.


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