Die Regierungen beider Basel wollen nicht, dass die SRG auch noch die Wissenschaftsredaktion von Radio DRS nach Zürich verlegt. Sie fordern einen "SRG-Mediencampus" zu den Themen Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur für Basel, wie sie am Dienstag mitteilten. "Mit grosser Besorgnis" hätten sie von Überlegungen Kenntnis genommen, im Zuge der Konvergenz-Restrukturierung von Radio und Fernsehen die Radio-DRS- Fachredaktion Wissenschaft zum Fernsehen zu verlegen. Dies würde der verbindlichen Zusicherung widersprechen, den Hauptstudiostandort Basel zu erhalten, mahnen die Regierungen.
Das Ausgliedern der Wissenschaft aus der Radio-Kulturredaktion wäre "ein weiterer substanzieller Abbau" in Basel. Diese Fachredaktion sei in den letzten vier Jahren aufgebaut worden. Basel sei zudem "wichtigster Wissenschafts- und Innovations-Standort der Schweiz", die Basler Life-Sciences-Industrie "Motor der Exportwirtschaft" der Schweiz.
Die Regierungen fürchten, bei einem Abzug würde die Region noch weiter aus dem SRG-Blickfeld rücken. Bereits heute sei das Radioprogramm erwiesenermassen stark Zürich-lastig. Selbst die bevölkerungsmässig ähnlichen Wirtschaftsräume Bern, Luzern oder St. Gallen erhielten fünfmal soviel Sendezeit wie Basel. Die Regierungen beider Basel begrüssten eine Initiative der Basler SRG- Belegschaft für einen Mediencampus Basel. Selber fordern sie am Rheinknie konkret einen "Themencluster Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur, in dem Beiträge für Radio, Fernsehen und Internet geplant, recherchiert und produziert werden".