In der autoritären Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan ist der regimekritische Journalist Rasim Aliyev an den Folgen einer Prügelattacke gestorben. Regierungsgegner sprachen am Montag von einem "schockierenden Mord" an dem 30-Jährigen.
Aliyev, der in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku das Institut für die Freiheit und Sicherheit von Reportern (IRFS) leitete, starb am Sonntag in einem Spital an den Folgen seiner schweren Verletzungen. Das Institut warf Ärzten vor, dem Reporter medizinische Hilfe verweigert zu haben.
Staatschef Ilham Aliyev liess das Verbrechen von einem Berater als "Bedrohung für die unabhängigen Medien" verurteilen. Er ordnete demnach auch eine Aufklärung der Bluttat an. Zugleich warnten die Behörden des von einem weltlichen Islam geprägten Landes vor einer Politisierung des Falles.
Das vor einem Jahr nach einer Razzia geschlossene IRFS teilte mit, dass Unbekannte Aliyev am Samstag zusammengeschlagen hätten. Dies sei ein neuer Versuch gewesen, die Meinung Andersdenkender zu unterdrücken.
Der Reporter war nach Darstellung von Kollegen wegen seiner kritischen Haltung bereits in der Vergangenheit mehrfach zusammengeschlagen worden. Aserbaidschan steht international wegen Menschenrechtsverstössen in der Kritik. (sda)