21.01.2013

Weissrussland

Regierungskritischer Journalist tot aufgefunden

Er stürzte aus der 9. Etage eines Wohnhauses.

In Weissrussland ist der regierungskritische Journalist Juri Gumenjuk tot aufgefunden worden. Der 43 Jahre alte Reporter, der auch für einen polnischen Radiosender arbeitete, sei am späten Samstagabend vermutlich beim Sturz aus der 9. Etage eines Wohnhauses in der Stadt Grodno ums Leben gekommen. Das berichteten weissrussische Medien am Montag. Der Todesfall werde untersucht, teilte der Vertreter des Ermittlungskomitees, Sergej Scherschenewitsch, der unabhängigen Agentur Belapan zufolge mit.

Die Leiterin der weissrussischen Redaktion des polnischen Rundfunks, Nina Barszczewska, sagte, es sei "schwer, an einen Selbstmord zu glauben". Gumenjuk habe sehr aktiv in der Redaktion gearbeitet - unter einem Pseudonym. "Er hat mir vor einiger Zeit gesagt, dass man ihn umbringen will", sagte ein Freund dem regimekritischen Sender "Radio Swoboda". Im von "Europas letztem Diktator" Alexander Lukaschenko geführten Land gab es in der Vergangenheit immer wieder rätselhafte Todesfälle unter Reportern und Menschenrechtlern. Wie das regierungskritische Internetportal charter97.org schrieb, wirft der Tod Gumenjuks viele Fragen auf. Die Mutter des auch als Poeten bekannten Gumenjuk ging davon aus, dass ihr Sohn ermordet wurde. (pd)


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