Der Streit um das Messsystem für TV-Zuschauerquoten ist beigelegt. Alle regionalen Sender, die 2013 ihre Verträge bei Mediapulse gekündigt hatten, lassen ihre Zuschauerzahlen nun wieder von Mediapulse erheben. Die Einigung gilt ab September 2014.
Das teilten die Mediapulse Gruppe und der Verband Schweizer Regionalfernsehen Telesuisse, der die Interessen der Regionalsender vertritt, am Montag gemeinsam mit. 10 der bei Telesuisse organisierten 13 Regionalsender hatten dem Messsystem von Mediapulse im vergangenen Jahr den Rücken gedreht.
Streit über Messsystem
Grund war ein Streit über ein neu eingeführtes Messsystem. Wegen der geringen Fallzahlen bei kleinen Stationen wiesen die Erhebungen grosse Vertrauensintervalle aus und damit stark schwankende Zuschauerzahlen in kleineren Versorgungsgebieten und für einzelne Sendungen.
Die Zahlen seien für die Arbeit mit Werbekunden nicht verwendbar, sagte André Moesch, Präsident von Telesuisse, im Mai 2013 anlässlich der Kündigung durch die zehn Sender. Es könne ja nicht sein, dass man an einem Tag 20'000 Zuschauer habe und am nächsten 100'000. Zudem seien die Zahlen bei einigen Sendern generell viel zu tief.
Gemeinsame Arbeit
Die Schwankungen lassen sich kurzfristig nicht beheben. Der Verwaltungsrat von Mediapulse führte deshalb schon im Februar eine neue Tarifstruktur für kleine Sender ein und legte damit die Basis für den ausgehandelten Rahmenvertrag. Mediapulse und Telesuisse wollen nun gemeinsam an Verbesserungen des Messsystems arbeiten.
Künftig wird Mediapulse mindestens halbjährlich die relevanten Kennzahlen von allen konzessionierten Regionalsendern veröffentlichen. Im Panel figuriert auch TeleZüri, das über keine Konzession verfügt, aber ebenfalls Mitglied von Telesuisse ist. (sda)