Reingewinn bei 51,2 Millionen Franken

Tamedia - Markante Zunahme der Print-Werbeausgaben.

Das Verlagshaus Tamedia hat im ersten Halbjahr 2007 von der guten Konjunktur profitiert. Der Reingewinn inklusive nicht weitergeführte Aktivitäten erreichte 51,2 Mio. Franken, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Tamedia am Donnerstag bekanntgab. Werden nur die weitergeführten Bereiche einbezogen, stieg der Gewinn um 8,3 Prozent auf 57,0 Mio. Franken. Darin nicht mehr enthalten sind Radio Basilisk sowie das Ende Juni 2007 eingestellte Nachrichtenmagazin Facts.

Der Umsatz legte um 5,5 Prozent auf 373,0 Mio. Fr. zu. Das Betriebsergebnis nach Abschreibungen (EBIT) verbesserte sich um 2,5 Prozent auf 64,4 Mio. Franken. Die Konjunktur wirkte sich positiv auf das Geschäft aus. Die Print-Werbeausgaben profitierten im Januar und Februar vom kräftigen Wirtschaftswachstum und legten markant zu. Nach einem Rückgang im April fiel das Wachstum im zweiten Quartal 2007 jedoch deutlich schwächer aus. Die Umsätze mit Stellenanzeigen nahmen dank der weiterhin sinkenden Arbeitslosenquote erneut zu.

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mit dem Ergebnis des ersten Halbjahrs "den Umständen entsprechend" zufrieden. "Wir lagen im Rahmen unserer eigenen Erwartungen", sagte Finanzchef Christoph Tonini der Nachrichtenagentur AWP. Er geht davon aus, dass der Umsatz von Tamedia im Gesamtjahr im gleichen Rahmen weiter wachsen wird. Die Höhe des Konzernumsatzes im Gesamtjahr hängt stark vom Konsolidierungszeitpunkt der übernommenen Berner Mediengruppe Espace Media Groupe ab. Espace werde wohl ab 1. Oktober oder 1. November in die Tamedia-Rechnung einfliessen, sagte Tonini.

Erfolg von 20 Minuten hält an

Dank eines Zuwachses bei den Stellenanzeigen, der Finanz und Wirtschaft sowie bei 20 Minuten und 20 minutes stieg der Umsatz im Bereich Zeitungen deutlich um 7,1 Prozent auf 269,9 Mio. CHF. Die erstmals während sechs Monaten enthaltenen Kosten für die Pendlerzeitung 20 minutes und die Investitionen in die Regionalausgaben des Tages-Anzeigers führten gleichzeitig zu einer erheblichen Zunahme des Betriebsaufwandes. Laut Tamedia hält der Erfolg von 20 Minuten nach wie vor an. Von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes weiterhin profitieren konnten überdies der Kaderstellenmarkt Alpha und der Stellen-Anzeiger. Auch der Tages-Anzeiger verzeichnete aufgrund der Regionalausgaben ein leichtes Umsatzwachstum, und die SonntagsZeitung konnte ihren Marktanteil im Werbemarkt auf hohem Niveau halten. Das Betriebsergebnis (EBIT) der Zeitungen stieg um 0,7 Prozent auf 50,7 Mio. Franken .

Bereich Zeitschriften mit Umsatzplus

Der Bereich Zeitschriften steigerte seinen Umsatz dank Annabelle und Schweizer Familie um 4,6 Prozent auf 39,8 Mio. Franken. Während die Annabelle einen Ergebnisrückgang verzeichnete, weist die Schweizer Familie erneut eine Ertragsverbesserung auf. Die Programmzeitschrift TVtäglich musste einen leichten Umsatz- und Ertragsrückgang hinnehmen.

Starkes Wachstum der Online-Aktivitäten

Bei den Elektronischen Medien stieg der Umsatz dank eines starken Wachstums der Online-Aktivitäten um 15,8 Prozent auf 28,0 Mio. Franken . Dazu beigetragen haben hauptsächlich alpha.ch und jobwinner.ch, die ein deutliches Ertragswachstum ausweisen. Die Investitionen in die stark wachsenden Online-Plattformen 20minuten.ch, 20minutes.ch sowie piazza.ch führten zu einem Anstieg des Betriebsaufwandes. Während Radio 24 im ersten Halbjahr 2007 seinen Umsatz steigerte, verteidigte TeleZüri in einem negativen Marktumfeld seine Position als Marktführer und konnte den Umsatz halten.

Bereich Services mit deutlich mehr Gewinn

Der Bereich Services verzeichnete ein Wachstum des Betriebsertrages (Umsatz) um 5,0 Prozent auf 127,3 Mio. Franken. Zur positiven Entwicklung beigetragen haben laut Tamedia insbesondere das Druckzentrum Bubenberg und die Zustellorganisation Zuvo, die sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich steigerten. (pers/sda)