Relaunch und neue Organisationsstruktur

Brückenbauer - MGB-Kommunikationschefin Glisenti wird Herausgeberin.

Die am Wochenende beschlossenen Veränderungen beim Migros Genossenschaftsbund (MGB) haben Konsequenzen für die Kundenzeitschrift Brückenbauer. Neu hat die MGB-Kommunikationschefin Monica Glisenti die Funktion einer Herausgeberin inne -- faktisch, Glisenti selber zieht die Bezeichnung "publizistische Leiterin" vor. Migros-intern hat man sich noch auf keinen Titel geeinigt. Tatsache ist, dass mit der von der Konzernleitung gewünschten Unterstellung des Brückenbauers unter die Stabsstelle Kommunikation das Herausgeber-Modell der Konkurrentin Coop und ihrer Coop-Zeitung übernommen wird.

Die am Wochenende beschlossenen Veränderungen beim Migros Genossenschaftsbund (MGB) haben Konsequenzen für die Kundenzeitschrift Brückenbauer. Neu hat die MGB-Kommunikationschefin Monica Glisenti die Funktion einer Herausgeberin inne -- faktisch, Glisenti selber zieht die Bezeichnung "publizistische Leiterin" vor. Migros-intern hat man sich noch auf keinen Titel geeinigt. Tatsache ist, dass mit der von der Konzernleitung gewünschten Unterstellung des Brückenbauers unter die Stabsstelle Kommunikation das Herausgeber-Modell der Konkurrentin Coop und ihrer Coop-Zeitung übernommen wird.

Die neue Organisationsstruktur hat die Kommunikationschefin dem Brückenbauer-Team am vergangenen Dienstag mitgeteilt. Gleichzeitig hat sie die Redaktion für ihr Produkt gerügt, wie Sitzungsteilnehmer berichten. Glisenti beschwichtigt gegenüber "persoenlich.com": "Das war keine Rüge. Ich habe lediglich gesagt, dass man sich bei gewissen Themen mehr Zeit für einen überraschenderen Zugang nehmen müsste." Im Übrigen müsse jedes Produkt kontinuierlich hinterfragt werden.

Als Resultat dieser Hinterfragung soll der Brückenbauer nun per Ende 2003 redesignt werden -- "optisch wie inhaltlich", so Glisenti. Hierzu wird Hanspeter Eggenberger (Ex-20-Minuten- und Chuchi-Chefredaktor) als Berater mit befristetem Mandat beigezogen. "Das ist kein Ausdruck des Misstrauens gegenüber der bestehenden Chefredaktion", entgegnet Glisenti auf eine entsprechende Frage.

Sie selber werde eine aktive Rolle bei der Neuausrichtung einnehmen, erläutert die ehemalige Journalistin (Redaktionsleitung Cash) Glisenti. Allerdings nicht etwa, weil sie den früheren Beruf vermissen würde und sich darum die Zeitung unter den Nagel reissen wolle. Vielmehr interessiere sie sich als Kommunikationschefin für alle Bereiche Ihrer Abteilung. Durch ihre Erfahrung habe sie aber sicher die Kompetenz, die Qualität einer Zeitung zu beurteilen.

Es sei ein unglaubliches Privileg, wenn ein Unternehmen über eine derart auflagenstarke Publikation verfüge, meint Glisenti weiter. Wird der Brückenbauer also zum reinen Marketing-Instrument, nachdem eine gewisse Abkehr vom streng Journalistischen bereits nach dem letzten Chefredaktoren-Wechsel feststellbar war? "Der Brückenbauer wird sicher nicht plötzlich eine PR-Postille. Ich will einfach eine attraktive Zeitung machen", meint die Ex-Journalistin sibyllinisch. "Zu Vorstellungen und Konzepten kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts sagen."

Mit personellen Veränderungen rechnet Glisenti nicht. "Ich gehe davon aus, dass alle Mitarbeiter Lust auf den Relaunch haben und sich engagiert beteiligen." Entlassungen oder Absetzungen seien jedenfalls keine geplant.