Reporter wegen Kritik an Regierung ausgewiesen

Türkei - Der Journalist aus Aserbaidschan twitterte über Erdogan.

Die türkischen Behörden haben einen aus Aserbaidschan stammenden Journalisten nach kritischen Äusserungen über die Regierung in Ankara zur Ausreise gezwungen. Mahir Zeynalov habe am Freitag per Flugzeug das Land verlassen müssen.

Gegen ihn sei zuvor eine entsprechende Anordnung erlassen worden, berichtete die türkische Zeitung "Today's Zaman", für die Zeynalov arbeitet. Die Abschiebung Zeynalovs sei ein weiterer Rückschlag für die Medienfreiheit in der Türkei, kritisierte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in einer Medienmitteilung.
 
Zeylanov hatte im vergangenen Jahr über den Kurznachrichtendienst Twitter die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und ihr Vorgehen im Korruptionsskandal kritisiert. Er sei deswegen von Erdogan angezeigt worden, berichtet die Zeitung.
 
Die Türkei steht wegen Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit international in der Kritik. Am Mittwoch hatte das Parlament eine schärfere Kontrolle des Internets beschlossen. (sda)