Ringier

Auflagebeglaubigung 2003 - Zeitungen verlieren alle -- Zeitschriften legen teils leicht zu.

Am Mittwoch sind von den ersten Schweizer Verlagshäusern Auflagezahlen für das Jahr 2003 bekanntgegeben worden. Die schwierige wirtschaftliche Situation im Jahr 2003 widerspiegle sich auch in den Auflagezahlen der Zeitungen und Zeitschriften von Ringier AG, wie das Medienhaus in einer Mitteilung schreibt. Die verkauften Exemplare aller Ringier-Titel beglaubigen in der Folge mehrheitlich einen Rückgang in der Grössenordnung von 1 bis 6 Prozent oder eine leichte Steigerung von 1 bis 3 Prozent. Branchenweit sei aufgrund der Wirtschaftslage die Tendenz zu beobachten, dass sich immer mehr Leser eine Zeitung oder Zeitschrift teilten. Damit steige die Anzahl Leser pro Exemplar. Auflagebeglaubigungen würden jedoch nur die effektiv verkauften Exemplare ausweisen, macht Ringier aufmerksam.

Zeitungen

Der SonntagsBlick bleibt trotz wirtschaftlich schwierigem Umfeld und reduzierter Lieferung an die Swiss die grösste Sonntagszeitung mit einer beglaubigten Auflage von 300'300 Exemplaren. Als Folge einer Kosten-Nutzen-Analyse der Vertriebswege sei eine deutliche Reduktion der Anzahl der Zeitungsautomaten vorgenommen worden, was die Abnahme der Auflage um -3.8 Prozent oder 12'012 Exemplare "massgeblich" beeinflusst habe, schreibt Ringier.

Blick bleibt die meistgekaufte Tageszeitung der Schweiz und beglaubigt eine Auflage von 275'275 Exemplaren. Zu einer Abnahme der Auflage um 17'017 Exemplaren (-5.8 Prozent) hätten die zunehmende Boulevardisierung der Medienlandschaft, die wirtschaftliche Situation sowie reduzierte Lieferungen an die Swiss und die Verringerung der Anzahl Zeitungsautomaten geführt.

Die Wirtschaftszeitung Cash habe dem rauhen Wirtschaftsklima getrotzt und beglaubigt 57'001 Exemplare. Die Abnahme von 3605 Exemplaren (-5.8 Prozent) sei im Wesentlichen auf den Wegfall der Lieferung an die Swiss zurückzuführen.

Zeitschriften

Die Schweizer Illustrierte hat ihre Auflage mit 251'550 Exemplaren um 4227 Exemplare (-1.65 Prozent) leicht nach unten korrigiert, "wie es im wirtschaftlich schwierigen Umfeld zu erwarten war". Der Start ins neue Jahr sei sehr gut ausgefallen, so dass davon ausgegangen wird, dass die neue Auflage problemlos gehalten werden könne. Ringier: "Die Position als erfolgreichster Schweizer Magazin-Titel ist ungefährdet".

Tele beglaubigt eine Auflage von 200'444 Exemplaren (-6.4 Prozent). Ringier erklärt diesen Rückgang von 13'770 Exemplaren mit der "Billig- und Gratiskonkurrenz".

Die Glückspost vermeldet einen Rückgang von 6140 Exemplaren (-3.6 Prozent) auf 162'597 Exemplare. Dies zeige, dass sich die Leser mit geringerem Budget konfrontiert sehen. Das Glückspost-Super-Rätselheft beglaubigt mit 37'979 Exemplaren und erreicht damit ein Plus von 3.2 Prozent und den Höchststand seit seinem Bestehen.

L'illustré hält sich "in einem generell rückläufigen Markt" mit einer Auflage von 92'150 Exemplaren (Abnahme von 2226 Exemplaren bzw. -2 Prozent) gemäss Ringier "relativ stabil".

Gesundheit Sprechstunde konnte die Auflage um 830 Exemplare (+1 Prozent) erneut leicht steigern und beglaubigt 83'925 Exemplare.

Die "Télé-Ciné-Multimédia"-Zeitschrift TV8 hält sich mit einer Auflage von 74'689 Exemplaren gemäss Ringier "hervorragend". Seit August 2003 wird sie jeweils samstags der Tageszeitung Le Temps beigelegt, was zu einem grossen Teil die Auflagensteigerung von 21'182 Exemplaren (+40 Prozent) bewirkt hat.

Das relaunchte Newsmagazin L'Hebdo verzeichnet mit einer Auflage von 47'085 Exemplaren eine leichte Einbusse von 1291 Exemplaren (-3 Prozent), die in erster Linie auf die Einstellung der Lieferungen an Swiss zurückzuführen sei. Zudem kam das neue Konzept gemäss Regeln der WEMF nur in den letzten acht Monaten zum Tragen.

Edelweiss, die Frauenzeitschrift der Romandie, beglaubigt 24'333 Exemplare und hat einen Rückgang von 1375 Exemplaren (-5 Prozent) zu verzeichnen. Die wirtschaftliche Situation dürfte den Rückgang der Kioskverkäufe in diesem Zeitschriftensegment teilweise erklären, so Ringier.